Dop­pel­te Buch­wert­ver­knüp­fung beim grenz­über­schrei­ten­den Anteil­s­tausch

Wer­den Antei­le an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft im Tausch gegen die Gewäh­rung neu­er Antei­le in eine ande­re Kapi­tal­ge­sell­schaft ein­ge­bracht, dann ist die über­neh­men­de Kapi­tal­ge­sell­schaft nicht ver­pflich­tet, die in den Antei­len ent­hal­te­nen stil­len Reser­ven auf­zu­de­cken. Ihr steht viel­mehr ein grund­sätz­li­ches Wahl­recht dar­über zu, ob sie die ein­ge­brach­ten Antei­le mit ihren Buch­wer­ten oder mit höhe­ren Wer­ten anset­zen will. Dabei ver­lang­te das Umwand­lungs­steu­er­ge­setz (UmwStG) bis­lang den über­ein­stim­men­den Wert­an­satz sowohl beim Ein­brin­gen­den als auch beim Über­neh­men­den. Beim Ansatz der Buch­wer­te soll­te dadurch sicher­ge­stellt wer­den, dass die stil­len Reser­ven in den Antei­len jeden­falls ein­mal besteu­ert wer­den (?dop­pel­te Buch­wert­ver­knüp­fung?). Das betraf auch grenz­über­schrei­ten­de Ein­brin­gun­gen in eine ande­re EU-Kapi­tal­ge­sell­schaft; Inlands- und Aus­lands­ein­brin­gun­gen wur­den gleich­be­han­delt.

Dop­pel­te Buch­wert­ver­knüp­fung beim grenz­über­schrei­ten­den Anteil­s­tausch

Trotz die­ser Gleich­be­hand­lung wird in der ?dop­pel­ten Buch­wert­ver­knüp­fung? weit­hin ein Ver­stoß gegen die Fusi­ons-Richt­li­nie der EU und gegen die Grund­frei­hei­ten des EG-Ver­tra­ges gese­hen, weil sie viel­fach einem steu­erneu­tra­len Anteil­s­tausch über die Gren­ze ent­ge­gen­stand. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat des­halb den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten zur Vor­ab­ent­schei­dung ange­ru­fen.

Nach gegen­wär­ti­ger Rechts­la­ge hat sich das Pro­blem erle­digt: Im neu­en UmwStG vom 7. Dezem­ber 2006 wird die ?dop­pel­te Buch­wert­ver­knüp­fung? wegen der euro­pa­recht­li­chen Beden­ken nicht mehr ver­langt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 7. März 2007 – I R 25/​05