Ent­nah­me – Ent­nah­me­wil­len und Ent­nah­me­hand­lung

Die Ent­nah­me erfor­dert eine unmiss­ver­ständ­li­che, von einem Ent­nah­me­wil­len getra­ge­ne Ent­nah­me­hand­lung und dar­über hin­aus, dass der Steu­er­pflich­ti­ge die nahe­lie­gen­den steu­er­li­chen Fol­ge­run­gen aus der Ent­nah­me gezo­gen hat.

Ent­nah­me – Ent­nah­me­wil­len und Ent­nah­me­hand­lung

Der Steu­er­pflich­ti­ge muss dar­über hin­aus auch die nahe­lie­gen­den steu­er­li­chen Fol­ge­run­gen aus der Ent­nah­me zie­hen und einen Ent­nah­me­ge­winn erklä­ren [1]; es genügt nicht, künf­tig statt betrieb­li­cher Ein­künf­te Über­schuss­ein­künf­te zu erklä­ren [2].

Im hier ent­schie­de­nen Streit­fall hat­te das Finanz­ge­richt zur Ent­nah­me ledig­lich fest­ge­stellt, dass der Unter­neh­mer am 31.03.1997 Kto. 1800 "Ent­nah­me" an Kto. 8005 "Erlö­se aus Cour­ta­ge­pool" mit einem Betrag von 210.000 DM gebucht hat. Es hat nicht fest­ge­stellt, wie die Erlös­min­de­rung in den Mona­ten Juni bis Sep­tem­ber 1996 ver­ar­bei­tet wur­de, ob und gege­be­nen­falls wann der Anspruch auf die Akti­en oder die Akti­en selbst akti­viert wor­den sind und ob der Buchungs­satz vom 31.03.1997 durch Bezug­nah­me auf die Akti­en erläu­tert wur­de. Ange­sichts die­ses vom Finanz­ge­richt so fest­ge­stell­ten Sach­ver­halts ist mit­hin nach außen weder erkenn­bar, dass der Unter­neh­mer bis­her dem Betriebs­ver­mö­gen zuge­ord­ne­te Akti­en ent­neh­men woll­te noch, dass er den Anschaf­fungs­kos­ten der Akti­en einen von ihm ermit­tel­ten Teil­wert der Akti­en gegen­über­ge­stellt hat, um einen even­tu­el­len Ent­nah­me­ge­winn oder -ver­lust zu errech­nen.

Dies reich­te dem Bun­des­fi­nanz­hof nicht: Das Finanz­ge­richt wird im zwei­ten Rechts­gang ent­spre­chen­de wei­te­re Fest­stel­lun­gen zu tref­fen haben, um anhand derer nach Maß­ga­be der vor­ge­nann­ten Rechts­grund­sät­ze prü­fen zu kön­nen, ob der Unter­neh­mer die Akti­en durch eine wirk­sa­me Ent­nah­me­hand­lung ent­nom­men hat­te. Es wird ins­be­son­de­re zu prü­fen sein, ob nach außen erkenn­bar die nahe­lie­gen­den steu­er­li­chen Fol­ge­run­gen aus einer Ent­nah­me (Gewinn­rea­li­sie­rung gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG) inner­halb oder außer­halb des Buch­füh­rungs­werks gezo­gen wur­den [1]. Eine feh­len­de Ein­deu­tig­keit der Ent­nah­me­hand­lung gin­ge zulas­ten des Unter­neh­mers.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 29. Sep­tem­ber 2016 – III R 42/​13

  1. BFH, Urteil in BFHE 158, 316, BStBl II 1990, 128[][]
  2. z.B. BFH, Urtei­le vom 07.02.2002 – IV R 32/​01, BFH/​NV 2002, 1135; vom 05.05.2011 – IV R 48/​08, BFHE 234, 11, BStBl II 2011, 792[]