EU-Nie­der­las­sung oder EU-Toch­ter­ge­sell­schaft?

Nach Ansicht des Euro­päi­schen Gerichts­hofs darf es steu­er­lich kei­nen Unter­schied machen, ob ein Unter­neh­men in einem ande­ren EU-Land über eine selb­stän­di­ge Toch­ter­ge­sell­schaft oder über eine recht­lich unselb­stän­di­ge Nie­der­las­sung tätig wird.

EU-Nie­der­las­sung oder EU-Toch­ter­ge­sell­schaft?

Arti­kel 52 EG-Ver­trag (nach Ände­rung jetzt Arti­kel 43 EG) und Arti­kel 58 EG-Ver­trag (jetzt Arti­kel 48 EG) ste­hen einer natio­na­len Rege­lung … ent­ge­gen, wonach die Gewin­ne einer Zweig­nie­der­las­sung einer Gesell­schaft, die ihren Sitz in einem ande­ren Mit­glied­staat hat, mit einem höhe­ren Steu­er­satz belas­tet wer­den als die Gewin­ne einer Toch­ter­ge­sell­schaft einer sol­chen Gesell­schaft, die ihre Gewin­ne voll an die Mut­ter­ge­sell­schaft aus­schüt­tet.
Es ist Sache des natio­na­len Gerichts, den Steu­er­satz, der auf die Gewin­ne einer Zweig­nie­der­las­sung wie der im Aus­gangs­ver­fah­ren in Rede ste­hen­den anzu­wen­den ist, nach Maß­ga­be des Steu­er­sat­zes zu ermit­teln, der im Fall der Aus­schüt­tung der Gewin­ne einer Toch­ter­ge­sell­schaft an die Mut­ter­ge­sell­schaft ins­ge­samt anzu­wen­den gewe­sen wäre.

EuGH, Urteil vom 23. Febru­ar 2006 – C‑253/​03 (CLT-UFA)