Exis­tenz­grün­der mit Vor­le­ben

Wer bereits – und sei es auch mit einem noch so gerin­gen Anteil – an einer Erwerbs­ge­sell­schaft betei­ligt war, kann nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs nicht mehr in den Genuß der steu­er­li­chen Exis­tenz­grün­der­för­de­rung kom­men. Bei der Beur­tei­lung, ob jemand Exis­tenz­grün­der ist, sind, so der BFH, Gewinn­ein­künf­te aus Betei­li­gun­gen an meh­re­ren Mit­un­ter­neh­mer­schaf­ten von jeweils weni­ger als 1% schäd­lich; auf die Höhe und die Art der Gewinn­ein­künf­te kommt es nicht an.

Exis­tenz­grün­der mit Vor­le­ben

Der Gesetz­ge­ber ist bei der Beur­tei­lung, wen er als Exis­tenz­grün­der i.S. des § 7g Abs. 7 EStG anse­hen will, nicht dar­an gehin­dert, allein auf den Bezug von Gewinn­ein­künf­ten abzu­stel­len. Der Grund­satz der Rechts­form­neu­tra­li­tät als Aus­prä­gung des all­ge­mei­nen Gleich­heits­sat­zes ver­langt nicht, dass Betei­li­gun­gen an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft und an einer Per­so­nen­ge­sell­schaft (Mit­un­ter­neh­mer­schaft) in jeder Bezie­hung gleich behan­delt wer­den.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 2. August 2006 – XI R 44/​05