Finan­zie­rungs­kos­ten einer wesent­li­chen Betei­li­gung

Zin­sen, die der Gesell­schaf­ter einer GmbH nach Ver­äu­ße­rung der Betei­li­gung für ein Refi­nan­zie­rungs­dar­le­hen für die Anschaf­fung der im Pri­vat­ver­mö­gen gehal­te­nen Betei­li­gung zahlt, kön­nen –jeden­falls nach der bis ein­schließ­lich 1998 gel­ten­den Geset­zes­la­ge– nicht mehr als (nach­träg­li­che) Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen abge­zo­gen wer­den (Bestä­ti­gung der stän­di­gen Recht­spre­chung).

Finan­zie­rungs­kos­ten einer wesent­li­chen Betei­li­gung

Die Ein­brin­gung einer wesent­li­chen Betei­li­gung aus dem Pri­vat­ver­mö­gen eines Gesell­schaf­ters im Wege einer offe­nen Ein­la­ge in eine Kapi­tal­ge­sell­schaft ist ein tauschähn­li­cher Vor­gang, der beim ein­brin­gen­den Gesell­schaf­ter zu einer ent­gelt­li­chen Ver­äu­ße­rung i.S. von § 17 EStG führt. An die­ser Beur­tei­lung ändert sich auch nichts, wenn die dem Gesell­schaf­ter gewähr­te Gegen­leis­tung teils in der Gewäh­rung von Gesell­schafts­rech­ten und teils in einem ande­ren Ent­gelt besteht.

Antei­le, die von einem an einer GmbH mehr­heit­lich betei­lig­ten Gesell­schaf­ter an eine ande­re GmbH ver­äu­ßert wer­den, an wel­cher der Ver­äu­ße­rer eben­falls mehr­heit­lich betei­ligt ist, die­nen nach der Ver­äu­ße­rung nur noch der zwei­ten GmbH zur Ein­kunfts­er­zie­lung. Ein Durch­griff durch die GmbH auf den hin­ter ihr ste­hen­den mehr­heit­lich betei­lig­ten Gesell­schaf­ter kommt grund­sätz­lich nicht in Betracht.

Ein Steu­er­pflich­ti­ger, der ein bis­her genutz­tes und durch Dar­le­hen finan­zier­tes, der Ein­künf­te­er­zie­lung die­nen­des Wirt­schafts­gut ver­äu­ßert und unter Auf­recht­erhal­tung des Dar­le­hens nur einen Teil des Erlö­ses dazu ver­wen­det, durch die Anschaf­fung eines neu­en Wirt­schafts­guts steu­er­ba­re Ein­künf­te zu erzie­len, kann im Wege einer gesplit­te­ten Umwid­mung aus dem fort­ge­führ­ten Dar­le­hen nicht mehr als Schuld­zin­sen abzie­hen, als dem Anteil der Anschaf­fungs­kos­ten des neu­en Wirt­schafts­guts an dem gesam­ten Erlös ent­spricht.

Haben die Par­tei­en eines Tausch­ver­trags Geld­zah­lun­gen als Zuzah­lun­gen ver­ein­bart, um Wert­un­ter­schie­de der gegen­sei­ti­gen Lie­fe­run­gen aus­zu­glei­chen, ver­min­dern an den Ver­äu­ße­rer erbrach­te Zuzah­lun­gen des­sen Anschaf­fungs­kos­ten.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 27. März 2007 – VIII R 28/​04