For­de­rungs­ver­zicht eines Gesell­schaf­ters – und ihr Beweis durch den Jah­res­ab­schluss

Durch die Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses kann nicht nur die Bilanz, son­dern auch die in ihr dar­ge­stell­ten Rechts­ver­hält­nis­se im Ver­hält­nis der Gesell­schaf­ter zur Gesell­schaft und im Ver­hält­nis der Gesell­schaf­ter unter­ein­an­der zivil­recht­lich ver­bind­lich bestä­ti­gen.

For­de­rungs­ver­zicht eines Gesell­schaf­ters – und ihr Beweis durch den Jah­res­ab­schluss

In der Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses kann des­halb auch ein dekla­ra­to­ri­sches Aner­kennt­nis von Gesell­schaf­ter­for­de­run­gen oder –ver­bind­lich­kei­ten lie­gen 1.

Aller­dings muss der Jah­res­ab­schluss zumin­dest kon­klu­dent von den Gesell­schaf­tern beschlos­sen wor­den sein. Nur dann wäre der geän­der­te Jah­res­ab­schluss der GmbH zivil­recht­lich bin­dend und käme ihm auch steu­er­lich die beschrie­be­ne indi­zi­el­le Bedeu­tung zu.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 10. Mai 2016 – IX R 13/​15

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 02.03.2009 – II ZR 264/​07, DStR 2009, 1272, unter II. 2.b; und vom 18.07.2013 – IX ZR 198/​10, NJW 2014, 305, Rz 20[]