Gewerb­li­che Ein­künf­te eines Anla­ge­be­ra­ters

In der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist geklärt, dass ein Anla­ge­be­ra­ter auch mit aka­de­mi­scher Aus­bil­dung eine gewerb­li­che und kei­ne frei­be­ruf­li­che Tätig­keit als bera­ten­der Betriebs­wirt und auch kei­nen dem bera­ten­den Betriebs­wirt ähn­li­chen Beruf aus­übt [1].

Gewerb­li­che Ein­künf­te eines Anla­ge­be­ra­ters

Es ist nicht ersicht­lich, inwie­fern dies bei ande­ren Anla­ge­be­ra­tern nicht eben­falls der Fall gewe­sen sein soll­te. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat hier­zu [2] unmiss­ver­ständ­lich aus­ge­führt:

„Gegen­stand der … Bera­tungs­tä­tig­keit war nicht betriebs­wirt­schaft­li­che Grund­la­gen­for­schung, son­dern die Ertei­lung von Anla­ge­emp­feh­lun­gen. Auf wel­cher Grund­la­ge die Klä­ge­rin ihre Anla­ge­emp­feh­lun­gen getrof­fen hat, ist für die steu­er­li­che Beur­tei­lung der erbrach­ten Leis­tung grund­sätz­lich ohne Belang.“ Es ist nicht ersicht­lich, wes­halb dies im Streit­fall –auch unter Berück­sich­ti­gung des Umstands, dass es um die Ver­wal­tung eines sehr gro­ßen Ver­mö­gens ging– anders zu beur­tei­len sein soll­te.

Etwas ande­res ergibt sich auch nicht dar­aus, dass der Bun­des­fi­nanz­hof die Ein­künf­te der Berufs­be­treu­er und Insol­venz­ver­wal­ter wegen der auf die Ver­wal­tung frem­den Ver­mö­gens gerich­te­ten Tätig­keit den Ein­künf­ten aus sons­ti­ger selb­stän­di­ger Arbeit (§ 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG) zuge­rech­net hat [3].

Dar­aus kann eine grund­sätz­li­che Bedeu­tung der Fra­ge, ob auch Anla­ge­be­ra­ter eine sons­ti­ge selb­stän­di­ge Tätig­keit aus­üben, nicht her­ge­lei­tet wer­den. Im hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall war dem Klä­ger nicht die Ver­wal­tung des Fami­li­en­ver­mö­gens über­tra­gen, son­dern er hat­te die beauf­trag­ten Ver­mö­gens­ver­wal­ter „stra­te­gisch und kon­zep­tio­nell“ zu bera­ten. Dafür hat­te er als Ein­zel­kauf­mann eine Fir­ma zum Han­dels­re­gis­ter ange­mel­det und Hono­ra­re ver­ein­nahmt. Eine ver­mö­gens­ver­wal­ten­de Tätig­keit liegt danach im Streit­fall gera­de nicht vor.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 8. Februr 2013 – VIII B 54/​12

  1. BFH, Urteil vom 02.09.1988 – III R 58/​85, BFHE 154, 332, BStBl II 1989, 24; BFH, Beschluss vom 28.05.1998 – IV B 118/​97[]
  2. BFH in BFHE 154, 332, BStBl II 1989, 24[]
  3. vgl. BFH, Urtei­le vom 15.06.2010 – VIII R 14/​09, BFHE 230, 54, BStBl II 2010, 909, und vom 26.01.2011 – VIII R 3/​10, BFHE 232, 453, BStBl II 2011, 498[]