Gewerb­li­cher Grund­stücks­han­del

Ein Gewerb­li­cher Grund­stücks­han­del kann in Aus­nah­me­fäl­len auch bereits bei der Ver­äu­ße­rung nur eines Grund­stücks vor­lie­gen, wie sich jetzt wie­der an einem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs zeigt:

Gewerb­li­cher Grund­stücks­han­del

Eine GbR, die ein zuvor erwor­be­nes Grund­stück mit einer noch von ihr zu errich­ten­den Ein­kaufs­pas­sa­ge ver­äu­ßert, ver­lässt nicht nur den Bereich der pri­va­ten Ver­mö­gens­ver­wal­tung, son­dern kann unter wei­te­ren Umstän­den auch das in § 15 Abs. 2 EStG gefor­der­te Merk­mal der Nach­hal­tig­keit erfül­len.

Sie ist jeden­falls dann nach­hal­tig tätig, wenn sie (kumu­la­tiv) in unbe­ding­ter Ver­äu­ße­rungs­ab­sicht eine Bau­pla­nung für das Grund­stück hat erstel­len las­sen, im Inter­es­se der poten­ti­el­len Erwer­ber Miet­ver­trä­ge abge­schlos­sen, bei Gesamt­bau­kos­ten von rd. 12 Mio. DM und einem Gewinn von fast 4 Mio. DM meh­re­re Bau­un­ter­neh­mer beauf­tragt und sich zur Gewähr­leis­tung für Bau­män­gel sowie zur Zah­lung von Scha­dens­er­satz für Miet­aus­fäl­le bei nicht recht­zei­ti­ger Fer­tig­stel­lung ver­pflich­tet hat.

Unter die­sen Umstän­den ist auch das Merk­mal der Teil­nah­me am all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ver­kehr gege­ben.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 1. Dezem­ber 2005 – IV R 65/​04