Gewerb­li­cher Grund­stücks­han­del mit­tels GmbH

Die Ein­brin­gung eines Grund­stücks in eine vom Steu­er­pflich­ti­gen beherrsch­te GmbH vor Fer­tig­stel­lung des Gebäu­des ist nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs bei der Beur­tei­lung eines gewerb­li­chen Grund­stücks­han­dels als Anhalts­punkt für das Vor­lie­gen einer unbe­ding­ten Ver­äu­ße­rungs­ab­sicht her­an­zu­zie­hen. Der Gewinn, der anläss­lich der Ein­brin­gung eines Grund­stücks­han­dels­be­triebs in eine GmbH ent­steht, ist auf­grund der Rechts­grund­sät­ze zum gewerb­li­chen Grund­stücks­han­del gewer­be­steu­er­bar und ‑pflich­tig.

Gewerb­li­cher Grund­stücks­han­del mit­tels GmbH

In dem jetzt vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Rechts­streit hat­te der Klä­ger einen Mit­ei­gen­tums­an­teil an einer Woh­nung erwor­ben. Kurz danach begann er, die­se sowohl bau­lich wie recht­lich in fünf Woh­nun­gen zu tei­len und brach­te den Mit­ei­gen­tums­an­teil an der noch unge­teil­ten Woh­nung noch vor Fer­tig­stel­lung der Umbau­maß­nah­men in eine von ihm zu 100 % beherrsch­te GmbH eing. Die GmbH über­nahm vom Klä­ger des­sen Ver­bind­lich­kei­ten aus Anschaf­fungs und Her­stel­lungs­kos­ten, gewähr­te ihm wei­te­re GmbH-Antei­le und räum­te ihm eine Dar­le­hens­for­de­rung ein. In den fünf Jah­ren nach der Ein­brin­gung und Auf­tei­lung ver­äu­ßer­te die GmbH alle Woh­nun­gen. Das Finanz­amt hat­te die Ein­brin­gung als steu­er­pflich­ti­ge Ver­äu­ße­rung des Grund­stücks im Rah­men eines gewerb­li­chen Grund­stücks­han­dels beur­teilt. Das Finanz­ge­richt Müns­ter gab hin­ge­gen dem Klä­ger Recht1.

Der Bun­des­fi­nanzhhof hat nun auf die Revi­si­on des Finanz­am­tes das Urteil des Finanz­ge­richts Müns­ter auf­ge­ho­ben und die Sache an das Finanz­ge­richt zurück­ver­wie­sen. Nach den Umstän­den des Streit­falls habe, so der BFH, der Klä­ger von Anfang an beab­sich­tigt, die erwor­be­ne Woh­nung zu tei­len, um anschlie­ßend die neu ent­stan­de­nen Woh­nun­gen zu ver­äu­ßern. Das Grund­stück habe des­halb ab dem Erwerb zum Umlauf­ver­mö­gen eines gewerb­li­chen Grund­stücks­han­dels gehört und sei im Wege der Ein­brin­gung an die beherrsch­te GmbH ver­äu­ßert wor­den. Die Zurück­ver­wei­sung an das Finanz­ge­richt Müns­ter war not­wen­dig, um die Höhe des letzt­lich steu­er­pflich­ti­gen Gewer­be­er­trags bestim­men zu kön­nen.

Die ent­gelt­li­che Über­tra­gung eines Objekts auf eine vom Steu­er­pflich­ti­gen beherrsch­te GmbH vor Fer­tig­stel­lung des Objekts ist als Anhalts­punkt für das Vor­lie­gen einer unbe­ding­ten Ver­äu­ße­rungs­ab­sicht her­an­zu­zie­hen2.

Bei Ein­brin­gung eines Grund­stücks­han­dels­be­triebs in eine GmbH ist der Ein­brin­gungs­ge­winn als lau­fen­der Gewer­be­er­trag zu behan­deln, soweit er auf die ein­ge­brach­ten Grund­stü­cke des Umlauf­ver­mö­gens ent­fällt3

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 24. Juni 2009 – X R 36/​06

  1. FG Müns­ter vom 16.03.2005 – 10 K 1203/​03 G, EFG 2006, 1693
  2. Anschluss an Beschluss des Gro­ßen Senats des BFH vom 10.12.2001 – Grs 1/​98, BFHE 197, 240, BSt­Bl II 2002, 291
  3. Anschluss an BFH, Urtei­le vom 5. Juli 2005 VIII R 65/​02, BFHE 211, 100, BSt­Bl II 2006, 160; vom 14. Dezem­ber 2006 IV R 3/​05, BFHE 216, 233, BSt­Bl II 2007, 777; vom 10. Mai 2007 IV R 69/​04, BFHE 217, 147