Gewinn­an­tei­le eines Unter­be­tei­lig­ten – als Son­der­be­triebs­aus­ga­ben des Haupt­be­tei­lig­ten

Zu den gewerb­li­chen Ein­künf­ten des Gesell­schaf­ters einer Per­so­nen­ge­sell­schaft i.S. des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG gehö­ren alle Ein­nah­men und Betriebs­aus­ga­ben, die ihre Ver­an­las­sung in der Betei­li­gung des Steu­er­pflich­ti­gen an einer gewerb­lich täti­gen Per­so­nen­ge­sell­schaft haben.

Gewinn­an­tei­le eines Unter­be­tei­lig­ten – als Son­der­be­triebs­aus­ga­ben des Haupt­be­tei­lig­ten

Sie sind bei ihm als Son­der­be­triebs­ein­nah­men oder Son­der­be­triebs­aus­ga­ben zu erfas­sen1. Ent­spre­chen­des gilt nach § 18 Abs. 4 Satz 2 EStG für die Betei­li­gung eines Gesell­schaf­ters an einer Per­so­nen­ge­sell­schaft, die Ein­künf­te aus selb­stän­di­ger Arbeit erzielt.

Son­der­be­triebs­aus­ga­ben kön­nen auch in Auf­wen­dun­gen bestehen, die dem Gesell­schaf­ter als Haupt­be­tei­lig­tem gegen­über dem an sei­nem Gesell­schafts­an­teil (typisch) still Unter­be­tei­lig­ten erwach­sen, wie ins­be­son­de­re die an die­sen zu zah­len­de Gewinn­be­tei­li­gung2.

Bei der (typisch) stil­len Unter­be­tei­li­gung am Gesell­schafts­an­teil eines ande­ren han­delt es sich um die Betei­li­gung eines Drit­ten (Unter­be­tei­lig­ten) an dem Gesell­schafts­an­teil des Haupt­be­tei­lig­ten. Zwi­schen dem Haupt­be­tei­lig­ten und dem Unter­be­tei­lig­ten kommt eine bür­ger­lich-recht­li­che Innen­ge­sell­schaft ohne Gesamt­hands­ver­mö­gen zustan­de, in der dem Drit­ten eine schuld­recht­li­che Mit­be­rech­ti­gung zumin­dest am Gewinn des Gesell­schafts­an­teils des Haupt­be­tei­lig­ten ein­ge­räumt wird3. Die (typisch) stil­le Unter­be­tei­li­gung an einem Gesell­schafts­an­teil kann sowohl ent­gelt­lich erwor­ben wer­den als auch Gegen­stand einer Schen­kung sein4.

Die steu­er­li­che Berück­sich­ti­gung von Gewinn­an­tei­len eines Unter­be­tei­lig­ten als Son­der­be­triebs­aus­ga­ben des Haupt­be­tei­lig­ten kommt aller­dings nur in Betracht, wenn die Begrün­dung der stil­len Unter­be­tei­li­gung betrieb­lich ver­an­lasst ist. Dies folgt aus § 4 Abs. 4 EStG. Danach sind Betriebs­aus­ga­ben nur sol­che Auf­wen­dun­gen des Steu­er­pflich­ti­gen, die durch den Betrieb ver­an­lasst sind. Bezo­gen auf die Begrün­dung einer stil­len Unter­be­tei­li­gung an einem Gesell­schafts­an­teil des Haupt­be­tei­lig­ten setzt dies vor­aus, dass dem Betrieb durch den Unter­be­tei­lig­ten Mit­tel zuge­führt wer­den, er also eine Ein­la­ge leis­tet.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 7. Novem­ber 2018 – IV R 20/​16

  1. z.B. BFH, Urteil vom 09.11.1988 – I R 191/​84, BFHE 155, 454, BSt­Bl II 1989, 343 []
  2. z.B. BFH, Urteil in BFHE 155, 454, BSt­Bl II 1989, 343 []
  3. z.B. BGH, Urteil vom 29.11.2011 – II ZR 306/​09, BGHZ 191, 354 []
  4. vgl. BGH, Urteil in BGHZ 191, 354 []