Gewinn­aus­schüt­tun­gen als Son­der­be­triebs­ein­nah­men

Eine Betriebs­auf­spal­tung hat u.a. zur Fol­ge, dass die GmbH-Antei­le zum Son­der­be­triebs­ver­mö­gen – II der Gesell­schaf­ter gehö­ren 1. Damit gehö­ren auch die auf die­se Antei­le ent­fal­len­den Gewinn­aus­schüt­tun­gen der GmbH zu den Son­der­be­triebs­ein­nah­men der Gesell­schaf­ter 2.

Gewinn­aus­schüt­tun­gen als Son­der­be­triebs­ein­nah­men

Die (Kom­man­dit-)Gesell­schaft muss­te den Gewinn­aus­schüt­tungs­an­spruch der Klä­ge­rin gegen die GmbH bereits in der Son­der­bi­lanz der Klä­ge­rin für das Streit­jahr akti­vie­ren.

Ein Unter­neh­mer hat für den Schluss eines Wirt­schafts­jah­res das Betriebs­ver­mö­gen anzu­set­zen, das nach den han­dels­recht­li­chen Grund­sät­zen ord­nungs­mä­ßi­ger Buch­füh­rung und Bilan­zie­rung aus­zu­wei­sen ist (§ 4 Abs. 1, § 5 EStG). Das gilt auch für die Son­der­bi­lanz eines Mit­un­ter­neh­mers 3. Dem­entspre­chend müs­sen auch Gewinn­aus­schüt­tun­gen einer GmbH an ihre Gesell­schaf­ter bei die­sen nach den all­ge­mei­nen bilanz­recht­li­chen Grund­sät­zen als Son­der­be­triebs­ein­nah­men erfasst wer­den, wenn zwi­schen der GmbH als Betriebs­ge­sell­schaft und der Per­so­nen­ge­sell­schaft als Besitz­ge­sell­schaft eine Betriebs­auf­spal­tung besteht und die Besitz­ge­sell­schaft ‑wie hier- Bücher führt und regel­mä­ßig Abschlüs­se macht (§ 5 Abs. 1 Satz 1 EStG; BFH, Urteil in BFH/​NV 2001, 447).

Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung ist der Divi­den­den­an­spruch gemäß § 4 Abs. 1, § 5 Abs. 1, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 2 EStG bereits in der Bilanz des Jah­res zu akti­vie­ren, in dem ein ent­spre­chen­der Aus­schüt­tungs­be­schluss gefasst wor­den ist. Der Zeit­punkt der Aus­zah­lung der Gewinn­aus­schüt­tung ist für die Gewinn­rea­li­sie­rung dem­ge­gen­über uner­heb­lich 4. Die­se Recht­spre­chung bezieht sich auf Fall­ge­stal­tun­gen, in denen der Gewinn­ver­wen­dungs­be­schluss (Gewinn­aus­schüt­tungs­be­schluss) der vor­he­ri­gen Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses nach­folgt. Sie ist auf den vor­lie­gen­den Sach­ver­halt über­trag­bar, in dem ein betrags­mä­ßig fest­ste­hen­der Gewinn­ver­wen­dungs­be­schluss hin­sicht­lich the­sau­ri­er­ter Gewin­ne bereits vor der Erstel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses im Ein­ver­neh­men aller Gesell­schaf­ter rechts­ver­bind­lich und end­gül­tig gefasst wird. Nach Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses bedarf es dann kei­nes wei­te­ren Gewinn­ver­wen­dungs­be­schlus­ses mehr. Die bereits beschlos­se­ne Ent­nah­me aus den Gewinn­rück­la­gen ist viel­mehr gemäß § 270 Abs. 2 des Han­dels­ge­setz­buchs bereits bei der Auf­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses zu berück­sich­ti­gen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 4. Dezem­ber 2014 – IV R 28/​11

  1. vgl. BFH, Urteil vom 31.10.2000 – VIII R 19/​94, BFH/​NV 2001, 447, m.w.N.[]
  2. vgl. BFH, Urteil in BFH/​NV 2001, 447, m.w.N.[]
  3. stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. u.a. Beschluss des Gro­ßen Bun­des­fi­nanz­hofs des BFH vom 03.05.1993 – GrS 3/​92, BFHE 171, 246, BSt­Bl II 1993, 616, unter C.III. 6.a bb der Grün­de[]
  4. vgl. Beschluss des Gro­ßen Bun­des­fi­nanz­hofs des BFH vom 07.08.2000 – GrS 2/​99, BFHE 192, 339, BSt­Bl II 2000, 632; BFH, Urteil in BFH/​NV 2001, 447[]