Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid – und die allei­ni­ge Anfech­tung der Qua­li­fi­ka­ti­on der Ein­künf­te

Der Gegen­stand eines finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren gegen einen Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid kann aus­schließ­lich die Qua­li­fi­ka­ti­on des der Höhe nach unstrei­ti­gen Gewinns als Ver­äu­ße­rungs­ge­winn nach § 18 Abs. 3 Satz 1 EStG und die Tarif­be­güns­ti­gung die­ses Gewinns nach § 34 EStG sein.

Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid – und die allei­ni­ge Anfech­tung der Qua­li­fi­ka­ti­on der Ein­künf­te

Zu den geson­dert anfecht­ba­ren selb­stän­di­gen und damit auch selb­stän­dig in Bestands- oder Rechts­kraft erwach­sen­den Rege­lun­gen (Fest­stel­lun­gen) gehö­ren ins­be­son­de­re

  • die Qua­li­fi­ka­ti­on der Ein­künf­te,
  • das Bestehen einer Mit­un­ter­neh­mer­schaft,
  • die Höhe des Gesamt­ge­winns,
  • die Höhe des lau­fen­den Gewinns sowie
  • des­sen Ver­tei­lung auf die Mit­un­ter­neh­mer,
  • das Vor­lie­gen und die Höhe des von einem Mit­un­ter­neh­mer erziel­ten Gewinns aus der Ver­äu­ße­rung sei­nes Mit­un­ter­neh­mer­an­teils sowie
  • die Qua­li­fi­ka­ti­on des Ver­äu­ße­rungs­ge­winns als Bestand­teil der außer­or­dent­li­chen Ein­künf­te i.S. des § 34 Abs. 2 Nr. 1 EStG [1].

Danach umfasst die Fest­stel­lung eines Ver­äu­ße­rungs­ge­winns zum einen die selb­stän­di­ge Fest­stel­lung über die Höhe des Gewinns und zum ande­ren die ‑dem­ge­gen­über selb­stän­di­ge- Fest­stel­lung über die Qua­li­fi­zie­rung die­ses Gewinns als tarif­be­güns­tig­ten Gewinn [2].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 10. Febru­ar 2016 – VIII R 38/​12

  1. z.B. BFH, Urtei­le vom 10.02.1988 – VIII R 352/​82, BFHE 152, 414, BStBl II 1988, 544; vom 01.07.2010 – IV R 34/​07, BFH/​NV 2010, 2246; in BFHE 234, 226, BStBl II 2011, 878; in BFHE 248, 66, BStBl II 2015, 536; vom 28.05.2015 – IV R 26/​12, BFHE 249, 536, BStBl II 2015, 797[]
  2. vgl. BFH, Urteil in BFH/​NV 2010, 2246, m.w.N.[]