Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid – und die Fest­stel­lung eines Ver­äu­ße­rungs­ge­winns

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs kann ein Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid eine Viel­zahl selb­stän­di­ger und damit auch selb­stän­dig anfecht­ba­rer Fest­stel­lun­gen ent­hal­ten, die eigen­stän­dig in Bestands­kraft erwach­sen und des­halb für die in dem näm­li­chen Bescheid getrof­fe­nen und recht­lich nach­ge­la­ger­ten Fest­stel­lun­gen Bin­dungs­wir­kung ent­fal­ten kön­nen 1.

Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid – und die Fest­stel­lung eines Ver­äu­ße­rungs­ge­winns

Eine sol­che selb­stän­dig anfecht­ba­re Rege­lung (Fest­stel­lung) ist auch die Fest­stel­lung eines Ver­äu­ße­rungs- oder Auf­ga­be­ge­winns gemäß § 16 Abs. 1 und Abs. 3 EStG 2 jeden­falls des ein­zel­nen Mit­un­ter­neh­mers, z.B. ‑wie hier- aus der Ver­äu­ße­rung sei­nes Mit­un­ter­neh­mer­an­teils 3.

In dem hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Streit­fall stand nur der Umfang der von der B‑KG sowie von D und E jeweils im Streit­jahr erziel­ten Gewin­ne aus der Ver­äu­ße­rung ihrer Mit­un­ter­neh­mer­an­tei­le an der A‑KG im Streit. Die Sum­me der von meh­re­ren Mit­un­ter­neh­mern erziel­ten Ver­äu­ße­rungs­ge­win­ne ist dem­ge­gen­über selbst dann nur eine blo­ße Rechen­grö­ße, wenn alle Mit­un­ter­neh­mer im Rah­men eines gemein­sam abge­schlos­se­nen Ver­trags ihre Antei­le ver­äu­ßern und der ange­foch­te­ne Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid auch einen Gesamt­be­trag der ein­zel­nen Ver­äu­ße­rungs­ge­win­ne aus­weist, der rech­ne­risch (hier pro­zen­tu­al nach Antei­len) auf die ein­zel­nen Mit­un­ter­neh­mer "ver­teilt" wird.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 1. März 2018 – IV R 15/​15

  1. z.B. BFH, Urteil vom 16.03.2017 – IV R 31/​14, BFHE 257, 292, Rz 18[]
  2. z.B. BFH, Urtei­le vom 25.06.2009 – IV R 3/​07, BFHE 226, 62, BSt­Bl II 2010, 182, unter II. 1.; vom 28.05.2015 – IV R 26/​12, BFHE 249, 536, BSt­Bl II 2015, 797, Rz 17, jeweils m.w.N.[]
  3. BFH, Urtei­le in BFHE 226, 62, BSt­Bl II 2010, 182, unter II. 1., und in BFHE 257, 292, Rz 18[]