Golf­club­bei­trag als Betriebs­aus­ga­be

Ein Sport­ar­ti­kel-Händ­ler kann den Mit­glieds­bei­trag für einen Golf­club auch nicht antei­lig als Betriebs­aus­ga­be gel­tend machen.

Golf­club­bei­trag als Betriebs­aus­ga­be

In dem hier vom Finanz­ge­richt Köln ent­schie­de­nen Ver­fah­ren klag­te eine Kom­man­dit­ge­sell­schaft, die einen Sport­ar­ti­kel-Groß­han­del betrieb. Die Gesell­schaft zahl­te das Bei­tritts­geld und den Jah­res­bei­trag für die Mit­glied­schaft ihres Kom­man­di­tis­ten in einem Golf­club und behan­del­te die Auf­wen­dun­gen in vol­ler Höhe von ca. 14.000 € als Betriebs­aus­ga­ben. Das Finanz­amt lehn­te die Berück­sich­ti­gung als Betriebs­aus­ga­be ab.

Zu Recht, wie jetzt das Finanz­ge­richt Köln befand:

Nach § 4 Abs. 4 EStG sind Betriebs­aus­ga­ben die Auf­wen­dun­gen, die durch den Betrieb ver­an­lasst sind. Die­ser wei­te Begriff wird durch § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG dahin­ge­hend ein­ge­grenzt, dass u. a. bei den Ein­künf­ten aus Gewer­be­be­trieb nicht abge­zo­gen wer­den dür­fen die Auf­wen­dun­gen für die Lebens­füh­rung, die die wirt­schaft­li­che oder gesell­schaft­li­che Stel­lung des Steu­er­pflich­ti­gen mit sich bringt, auch wenn sie zur För­de­rung des Berufs oder der Tätig­keit des Steu­er­pflich­ti­gen erfol­gen. Trägt eine Per­so­nen­ge­sell­schaft Auf­wen­dun­gen, die zur pri­va­ten Lebens­füh­rung ihres Mit­un­ter­neh­mers gehö­ren, kön­nen die Auf­wen­dun­gen nicht als Betriebs­aus­ga­ben abge­zo­gen wer­den, son­dern stel­len Pri­vat­ent­nah­men dar.

Das Finanz­ge­richt bezwei­felt zwar nicht, dass durch die Mit­glied­schaft des Kom­man­di­tis­ten in einem Golf­club die Tätig­keit der Klä­ge­rin geför­dert wird. Es ist aber, so das Finanz­ge­richt wei­ter, auch zu berück­sich­ti­gen, dass die Aus­übung einer Sport­art, hier sogar eine Trend­sport­art wie das Golf­spie­len, in nicht uner­heb­li­chem Umfang die pri­va­te Lebens­füh­rung eines Steu­er­pflich­ti­gen betrifft. Die betrieb­li­chen und pri­va­ten Ver­an­las­sungs­bei­trä­ge für die Mit­glied­schaft des Kom­man­di­tis­ten in einem Golf­club sind für sich gese­hen jeweils nicht unbe­deu­tend. Die Ver­an­las­sungs­bei­trä­ge grei­fen dabei so inein­an­der, dass eine Tren­nung nicht mög­lich ist.

Es fehlt an objek­ti­vier­ba­ren Kri­te­ri­en für eine Auf­tei­lung. Des­halb kommt ein Abzug der Auf­wen­dun­gen ins­ge­samt nicht in Betracht [1]. Die Schät­zung einer hälf­ti­gen Auf­tei­lung der Auf­wen­dun­gen kommt für das Finanz­ge­richt Köln eben­falls nicht in Betracht [2].

Allein die Tat­sa­che, dass die Klä­ge­rin Golf­ar­ti­kel auch neu ent­wi­ckelt, führt nicht dazu, dass die Auf­wen­dun­gen nahe­zu aus­schließ­lich betrieb­lich ver­an­lasst sind.

Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 16. Juni 2011 – 10 K 3761/​08

  1. BFH, Beschluss vom 21.09.2009 – GrS 1/​06, BStBl II 2010, 672, unter C.III.4.c[]
  2. inso­weit ggf. ande­rer Auf­fas­sung BFH, Urteil vom 24.02.2011 – VI R 12/​10[]