Grund­stücks­ein­brin­gung in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft – und die Fest­stel­lung des gemei­nen Werts

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 EStG sind abnutz­ba­re Wirt­schafts­gü­ter des Anla­ge­ver­mö­gens mit den Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten ver­min­dert um die AfA und ggf. wei­te­re Abzü­ge zu bewer­ten.

Grund­stücks­ein­brin­gung in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft – und die Fest­stel­lung des gemei­nen Werts

Bemes­sungs­grund­la­ge der AfA für ein Gebäu­de sind nach § 7 Abs. 4 Satz 1 EStG die Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten.

Über­trägt ein Gesell­schaf­ter ein Wirt­schafts­gut sei­nes Pri­vat­ver­mö­gens gegen Gewäh­rung von Gesell­schafts­rech­ten in das Gesamt­hands­ver­mö­gen einer Per­so­nen­ge­sell­schaft, wird die­ser Vor­gang nach stän­di­ger Recht­spre­chung als Anschaf­fung des Wirt­schafts­guts zu einem dem gemei­nen Wert des Wirt­schafts­guts ent­spre­chen­den Preis beur­teilt1.

Gehört das ein­ge­brach­te Wirt­schafts­gut bei der Per­so­nen­ge­sell­schaft zu deren abnutz­ba­rem Anla­ge­ver­mö­gen, ergibt sich die Bemes­sungs­grund­la­ge für die AfA folg­lich aus dem gemei­nen Wert des Wirt­schafts­guts. Bemes­sungs­grund­la­ge der AfA des ein­ge­brach­ten Gebäu­des ist danach des­sen gemei­ner Wert im Zeit­punkt der Ein­brin­gung.

Der gemei­ne Wert eines Grund­stücks ist ein objek­ti­ver Wert2. Dies folgt unmit­tel­bar aus § 9 Abs. 2 Satz 1 des Bewer­tungs­ge­set­zes (BewG), wonach der gemei­ne Wert durch den Preis bestimmt wird, der im gewöhn­li­chen Geschäfts­ver­kehr nach der Beschaf­fen­heit des Wirt­schafts­guts bei einer Ver­äu­ße­rung zu erzie­len wäre. Dabei sind nach Satz 2 der Vor­schrift zwar alle Umstän­de zu berück­sich­ti­gen, die den Preis beein­flus­sen, unge­wöhn­li­che oder per­sön­li­che Ver­hält­nis­se sind aber nach § 9 Abs. 2 Satz 3 BewG nicht zu berück­sich­ti­gen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 26. März 2015 – IV R 7/​12

  1. vgl. etwa BFH, Urteil vom 24.01.2008 – IV R 37/​06, BFHE 220, 374, BSt­Bl II 2011, 617, m.w.N. []
  2. vgl. BFH, Urteil vom 04.05.2011 – II R 55/​09, BFH/​NV 2011, 1702 []