Gut­ach­ter­kos­ten als Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat sei­ne Recht­spre­chung zur Abgren­zung von Wer­bungs­kos­ten und Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten im Zusam­men­hang mit dem Erwerb von GmbH-Geschäfts­an­tei­len fort­ent­wi­ckel und nun­mehr ent­schie­den, dass Gut­ach­ten­kos­ten, die im Zusam­men­hang mit der Anschaf­fung von GmbH-Geschäfts­an­tei­len anfal­len, kei­ne sofort abzieh­ba­ren Wer­bungs­kos­ten son­dern Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten sind, sofern sie nach einer grund­sätz­lich gefass­ten Erwerbs­ent­schei­dung ent­ste­hen und die Erstel­lung des Gut­ach­tens nicht ledig­lich eine Maß­nah­me zur Vor­be­rei­tung einer noch unbe­stimm­ten, erst spä­ter zu tref­fen­den Erwerbs­ent­schei­dung dar­stellt.

Gut­ach­ter­kos­ten als Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten

Im Streit­fall hat­te sich der nicht­selb­stän­dig täti­ge Klä­ger bereits kon­kret zum Erwerb bestimm­ter GmbH-Geschäfts­an­tei­le ent­schlos­sen und in die­sem Zusam­men­hang ein Gut­ach­ten bei einer Unter­neh­mens­be­ra­tung in Auf­trag gege­ben (sog. "due dili­gence"), um u.a. eine objek­ti­ve Grund­la­ge für die Ver­hand­lun­gen über den Kauf­preis der Antei­le und des­sen Fest­le­gung zu schaf­fen, was auch von der zur Finan­zie­rung des Anteils­er­werbs ein­ge­schal­te­ten Bank ver­langt wur­de. Der Auf­fas­sung des Klä­gers, bei den Gut­ach­ten­kos­ten han­de­le es sich um Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen, folg­te der BFH nicht, son­dern beur­teil­te die Auf­wen­dun­gen als Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten des Erwerbs der GmbH-Geschäfts­an­tei­le.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 27. März 2007 – VIII R 62/​05