Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge – und die Iden­ti­tät zwi­schen dem ursprüng­lich geplan­ten und dem tat­säch­lich errich­te­ten Gebäu­de

Schon nach dem noch zum InvZulG 1986 ergan­ge­nen BFH, Urteil vom 10.05.2001 – III R 10/​971 ist die inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­recht­li­che Begüns­ti­gung eines Gebäu­des u.a. von einer Iden­ti­tät zwi­schen dem ursprüng­lich geplan­ten und dem tat­säch­lich errich­te­ten Gebäu­de abhän­gig.

Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge – und die Iden­ti­tät zwi­schen dem ursprüng­lich geplan­ten und dem tat­säch­lich errich­te­ten Gebäu­de

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat dabei sei­ne Recht­spre­chung zu § 4b InvZulG 1975 und § 4b InvZulG 1982 fort­ge­schrie­ben, wonach eine Iden­ti­tät zwi­schen dem im Bau­an­trag aus­ge­wie­se­nen Gebäu­de und dem tat­säch­lich errich­te­ten Gebäu­de nicht mehr gege­ben ist, wenn das tat­säch­lich errich­te­te Gebäu­de gegen­über dem im ursprüng­li­chen Bau­an­trag beab­sich­tig­ten Bau­vor­ha­ben Ände­run­gen auf­weist, die es in sei­nen wesent­li­chen bau­recht­lich bedeut­sa­men Merk­ma­len erfas­sen und es damit nach­hal­tig ver­än­dern2.

Uner­heb­lich ist dabei, wie die Pla­nungs­än­de­run­gen for­mal und kos­ten­mä­ßig von den zustän­di­gen Bau­ord­nungs­be­hör­den behan­delt wur­den, wenn in tat­säch­li­cher Hin­sicht das ursprüng­li­che Bau­vor­ha­ben und das ver­wirk­lich­te Bau­vor­ha­ben erheb­li­che Unter­schie­de auf­wei­sen3.

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat in sei­nem Urteil vom 20.12 20124 nicht offen­ge­las­sen, ob Nut­zungs­än­de­run­gen, die bau­tech­ni­sche Ände­run­gen oder das Erfor­der­nis einer geän­der­ten oder neu­en Bau­ge­neh­mi­gung nach sich zie­hen, inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­schäd­lich sind. Viel­mehr hat er gera­de sei­ne Aus­füh­run­gen, wonach eine Ände­rung der Nut­zungs­kon­zep­ti­on wäh­rend der Bau­pha­se (z.B. fremd- statt eigen­be­trieb­li­che Nut­zung) inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­un­schäd­lich ist, durch Ver­weis auf das BFH, Urteil in BFH/​NV 2001, 1450 dahin­ge­hend ein­ge­schränkt, dass dies nur gel­te, wenn die Nut­zungs­än­de­rung nicht mit bau­tech­ni­schen Ände­run­gen oder Abwei­chun­gen von der erteil­ten Bau­ge­neh­mi­gung ein­her­geht. Ent­ge­gen der von der Klä­ge­rin im Schrift­satz vom 22.02.2016 dar­ge­leg­ten Auf­fas­sung ist das BFH, Urteil in BFH/​NV 2001, 1450 daher hin­sicht­lich der Aus­wir­kun­gen bau­tech­ni­scher Ände­run­gen auf die Iden­ti­tät des Gebäu­des auch nicht durch das BFH, Urteil in BFHE 239, 570, BSt­Bl II 2013, 340 über­holt.

Die­se Recht­spre­chungs­grund­sät­ze sind auf die Rege­lun­gen der §§ 2 Abs. 2 Satz 1, 3 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 6 InvZulG 2007 zu über­tra­gen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 5. April 2016 – III B 83/​15

  1. BFH/​NV 2001, 1450 []
  2. BFH, Urtei­le vom 22.04.1994 – III R 65/​92, BFH/​NV 1994, 904; und vom 07.12 1990 – III R 88/​88, BFHE 163, 282, BSt­Bl II 1991, 378, jeweils zu § 4b InvZulG 1982; vom 18.12 1986 – III R 54/​82, BFHE 148, 570, BSt­Bl II 1987, 454; und vom 12.05.1989 – III R 109/​84, BFH/​NV 1990, 62, jeweils zu § 4b InvZulG 1975 []
  3. BFH, Urtei­le in BFH/​NV 1994, 904; in BFH/​NV 1990, 62 []
  4. BFH, Urteil vom 20.12 2012 – III R 40/​11, BFHE 239, 570, BSt­Bl II 2013, 340 []