Kla­ge gegen einen Fest­stel­lungs­be­scheid

Bei der Aus­le­gung des Kla­ge­be­geh­rens ist zunächst die pro­zes­sua­le Selb­stän­dig­keit der in einem Fest­stel­lungs­be­scheid ent­hal­te­nen ein­zel­nen Fest­stel­lun­gen zu beach­ten.

Kla­ge gegen einen Fest­stel­lungs­be­scheid

Die Kla­ge gegen einen Fest­stel­lungs­be­scheid kann ver­schie­de­ne Zie­le ver­fol­gen.

Ein Fest­stel­lungs­be­scheid fasst (in einem Ver­wal­tungs­akt) ein­zel­ne Fest­stel­lun­gen von Besteue­rungs­grund­la­gen zusam­men, die ‑soweit sie eine recht­lich selb­stän­di­ge Wür­di­gung ent­hal­ten und eines recht­lich selb­stän­di­gen Schick­sals fähig sind- selb­stän­di­ger Gegen­stand des Kla­ge­be­geh­rens sein kön­nen1.

Des Wei­te­ren ist zu beach­ten, dass die Fest­stel­lung des ver­re­chen­ba­ren Ver­lusts i.S. des § 15a Abs. 4 Satz 1 EStG ein gegen­über der geson­der­ten und ein­heit­li­chen Fest­stel­lung i.S. der §§ 179 Abs. 1 und Abs. 2, 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO selb­stän­di­ger Ver­wal­tungs­akt ist, der eben­falls allei­ni­ger und selb­stän­di­ger Gegen­stand eines Kla­ge­ver­fah­rens sein kann2.

Dies gilt auch dann, wenn die Ver­wal­tungs­ak­te gemäß § 15a Abs. 4 Sät­ze 5 und 1 EStG for­mell in einem Bescheid mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. August 2015 – IV R 41/​12

  1. vgl. z.B. BFH, Urtei­le vom 01.07.2010 – IV R 34/​07, BFH/​NV 2010, 2246; und vom 16.04.2015 – IV R 44/​12, BFH/​NV 2015, 1085
  2. vgl. BFH, Urtei­le vom 03.02.2010 – IV R 61/​07, BFHE 229, 94, BSt­Bl II 2010, 942; und in BFHE 248, 144, m.w.N.
  3. vgl. BFH, Urtei­le in BFHE 229, 94, BSt­Bl II 2010, 942, und in BFHE 248, 144, BSt­Bl II 2015, 532