Kla­ge gegen Soli­da­ri­täts­zu­schlag, Gewer­be­steu­er­fest­set­zung und geson­der­te Fest­stel­lun­gen

Die Kla­ge gegen die Beschei­de zum Soli­da­ri­täts­zu­schlag, zur Gewer­be­steu­er sowie zu den geson­der­ten Fest­stel­lun­gen gemäß § 36 Abs. 7 und § 27 Abs. 2 Satz 1, § 28 Abs. 1 Satz 3, § 37 Abs. 2, § 38 Abs. 1 KStG ist unzu­läs­sig, soweit sich die Kla­ge aus­schließ­lich gegen die Gewinn­ermitt­lung rich­tet.

Kla­ge gegen Soli­da­ri­täts­zu­schlag, Gewer­be­steu­er­fest­set­zung und geson­der­te Fest­stel­lun­gen

Im Hin­blick auf die Fest­set­zung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags für die Streit­jah­re ergibt sich dies dar­aus, dass die Ein­wen­dun­gen der Klä­ge­rin sich aus­schließ­lich gegen die Ermitt­lung ihres Gewinns als Grund­la­ge ihres zu ver­steu­ern­den Ein­kom­mens rich­ten. Der Kör­per­schaft­steu­er­be­scheid ist inso­weit jedoch Grund­la­gen­be­scheid für die Fest­set­zung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags (vgl. § 1 Abs. 5 des Soli­da­ri­täts­zu­schlag­ge­set­zes 1995 1). Die Ein­wen­dun­gen der Klä­ge­rin kön­nen des­halb gemäß § 42 FGO i.V.m. § 351 Abs. 2 AO nur im Rechts­be­helfs­ver­fah­ren gegen den Kör­per­schaft­steu­er­be­scheid als Grund­la­gen­be­scheid, nicht aber im Ver­fah­ren gegen den Fol­ge­be­scheid gel­tend gemacht wer­den 2.

Nichts ande­res gilt, soweit die Gewer­be­steu­er­fest­set­zun­gen der Streit­jah­re ange­foch­ten wer­den, weil die eben­falls ange­grif­fe­nen Gewer­be­steu­er­mess­be­schei­de Grund­la­gen­be­schei­de für die ange­spro­che­nen Gewer­be­steu­er­be­schei­de sind 3. Dem­ge­mäß kön­nen die Ein­wen­dun­gen der Klä­ge­rin nach § 42 FGO i.V.m. § 351 Abs. 2 AO nur im Rechts­be­helfs­ver­fah­ren gegen die Gewer­be­steu­er­mess­be­schei­de als Grund­la­gen­be­schei­de gel­tend gemacht wer­den. Die­se Beschrän­kung (§§ 184 Abs. 1 Satz 4, 182 Abs. 1 AO; vgl. BFH, Urteil vom 25.08.1999 – VIII R 76/​95, BFH/​NV 2000, 300) gilt auch, wenn die Beschei­de von ein und der­sel­ben Behör­de erlas­sen wer­den 4.

Nichts ande­res gilt schließ­lich, soweit sich die Kla­ge gegen die geson­der­ten Fest­stel­lun­gen gemäß § 36 Abs. 7 und § 27 Abs. 2 Satz 1, § 28 Abs. 1 Satz 3, § 37 Abs. 2, § 38 Abs. 1 KStG rich­tet. Da sich die von der Klä­ge­rin erho­be­nen Ein­wen­dun­gen nur auf die Höhe des Steu­er­bi­lanz­ge­winns als Grund­la­ge des zu ver­steu­ern­den Ein­kom­mens bezie­hen, ist nicht erkenn­bar, inwie­weit sich Aus­wir­kun­gen auf die Fest­stel­lung der End­be­stän­de der Teil­be­trä­ge des ver­wend­ba­ren Eigen­ka­pi­tals gemäß § 36 Abs. 7 KStG, zum Bestand des steu­er­li­chen Ein­la­ge­kon­tos nach § 27 Abs. 2 Satz 1, § 28 Abs. 1 Satz 3 KStG, zum Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­ben nach § 37 Abs. 2 KStG und zur Kör­per­schaft­steu­er­erhö­hung nach § 38 Abs. 1 KStG erge­ben könn­ten.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 26. April 2017 – I R 76/​15

  1. i.d.F. des Geset­zes zur Rege­lung der Bemes­sungs­grund­la­ge für Zuschlag­steu­ern vom 21.12 2000, BGBl I 2000, 1978, BSt­Bl I 2001, 38[]
  2. BFH, Urtei­le vom 20.04.2011 – I R 2/​10, BFHE 233, 251, BSt­Bl II 2011, 761, m.w.N.; vom 12.07.2012 – I R 23/​11, BFHE 238, 344[]
  3. vgl. z.B. BFH, Urtei­le vom 20.04.1999 – VIII R 13/​97, BFHE 188, 536, BSt­Bl II 1999, 542; vom 07.09.2016 – IV R 31/​13, BFHE 255, 266[]
  4. vgl. BFH, Urteil vom 25.04.1989 – VIII R 294/​84, BFH/​NV 1990, 261[]