Klei­ne Geschen­ke – und die Steu­er

In vie­len Unter­neh­men ist es üblich, sei­nen Kun­den und Geschäfts­part­nern zu Weih­nach­ten klei­ne Geschen­ke zukom­men zu las­sen. Doch auch hier sind eini­ge steu­er­li­che Kri­te­ri­en ein­zu­hal­ten, damit das Geschenk nicht zur Belas­tung sowohl des Schen­ken­den als auch des Beschenk­ten wird:

Klei­ne Geschen­ke – und die Steu­er

Der Wert des Geschen­kes darf bei Geschäfts­kun­den höchs­tens 35 € (pro Kun­de) betra­gen, damit das Finanz­amt ihn als Betriebs­kos­ten für Auf­wen­dun­gen aus betrieb­li­chen Anlass aner­kennt gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG. Bei die­sen 35 € han­delt es sich um eine Frei­gren­ze und nicht um einen Frei­be­trag. Folg­lich ist dann auf den gesam­ten Betrag des Geschenks Steu­er zu zah­len, wenn die Frei­gren­ze über­schrit­ten wird und es sich nicht mehr um eine abzugs­fä­hi­ge Betriebs­aus­ga­be han­delt.

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Eine Aus­nah­me stel­len die soge­nann­ten Streu­wer­be­ar­ti­kel dar. Liegt der Wert hier unter 10 € (net­to), haben weder der Schen­ken­de noch der Beschenk­te den Betrag zu ver­steu­ern. Mit einem Notiz­büch­lein, Kugel­schrei­ber oder einem Schlüs­sel­an­hän­ger, des­sen Anschaf­fungs- und Her­stel­lungs­kos­ten kei­ne 10 € betra­gen, fehlt es am geld­wer­ten Vor­teil.

Der Bun­des­fi­nanz­hof 1 hat ent­schie­den, dass bei Geschen­ken unab­hän­gig vom Grenz­wert eine Pau­schal­ver­steue­rung nach § 37 b EStG bei einem Emp­fän­ger, bei dem ein­kom­men­steu­er­pflich­ti­ge Zuwen­dun­gen vor­lie­gen, erfol­gen kann. Für eine Rege­lung, die eine Pau­scha­lie­rung erst bei einem Betrag über 10 € fest­legt, fehlt es nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs an der Rechts­grund­la­ge.

Und die Weih­nachts­fei­er?

Zur Zeit wird in vie­len Betrie­ben ent­schie­den, ob und in wel­chem Rah­men eine Weih­nachts­fei­er statt­fin­den soll. Mit Beginn des Jah­res 2015 gilt für der­ar­ti­ge Betriebs­fei­ern eine geän­der­te steu­er­li­che Absetz­bar­keit.

Nach § 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG ist die Steu­er­frei­gren­ze in Höhe von 110 € in einen Frei­be­trag glei­cher Höhe umge­wan­delt wor­den. Dabei wer­den die Auf­wen­dun­gen von teil­neh­men­den Begleit­per­so­nen dem Arbeit­neh­mer zuge­rech­net. Eben­falls in den Auf­wen­dungs­be­trag von 110 € wer­den die Kos­ten für den "äuße­ren Rah­men", d.h. für Saal­kos­ten oder Bus­fahr­ten ein­ge­rech­net.

Wer­den auf der Fei­er Geschen­ke an die Mit­ar­bei­ter ver­teilt, dür­fen die­se nicht mehr als 60 € im Wert betra­gen, da sie ansons­ten als Ein­künf­te aus nicht­selbst­stän­di­ger Arbeit ver­steu­ert wer­den müs­sen. Aller­dings fällt der Betrag des Geschenks (bis 60 €) mit in den Frei­be­trag von 110 €. Also steht ins­ge­samt ein klei­ne­res Bud­get für Betriebs­fei­ern zur Ver­fü­gung.

  1. BFH, Urteil vom 16.10.2013 – VI R 52/​11[]