Kos­ten einer Kom­man­dit­an­teils­über­tra­gung – und ihre betrieb­li­che Ver­an­las­sung

Gemäß § 4 Abs. 1 Satz 2 EStG sind Ent­nah­men alle Wirt­schafts­gü­ter, die der Steu­er­pflich­ti­ge dem Betrieb für sich, für sei­nen Haus­halt oder für ande­re betriebs­frem­de Zwe­cke ent­nom­men hat. Betriebs­aus­ga­ben sind dem­ge­gen­über Auf­wen­dun­gen, die durch den Betrieb ver­an­lasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG).

Kos­ten einer Kom­man­dit­an­teils­über­tra­gung – und ihre betrieb­li­che Ver­an­las­sung

Die Aus­wechs­lung der Gesell­schaf­ter auf­grund einer Anteils­über­tra­gung betrifft rund­sätz­lich nur das Gesell­schafts­ver­hält­nis. Der Betrieb der Gesell­schaft bleibt dadurch in der Regel unbe­rührt. Die Über­nah­me der den Gesell­schaf­tern durch die Anteils­über­tra­gung ent­ste­hen­den Kos­ten ist daher regel­mä­ßig nicht betrieb­lich ver­an­lasst.

Dahin­ste­hen kann dabei im hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall, ob und ggf. in wel­chen Fäl­len eine Gesell­schaft ein steu­er­lich anzus Inter­es­se an der Betei­li­gung einer bestimm­ten Per­son als Gesell­schaf­ter haben kann. Denn im vor­lie­gen­den Fall hat­te die Kom­man­dit­ge­sell­schaft ein ent­spre­chen­des betrieb­li­ches Inter­es­se an der Betei­li­gung gera­de des Erwer­bers jeden­falls nicht nach­ge­wie­sen, so dass davon aus­zu­ge­hen war, dass die Betei­li­gung des Erwer­bers aus pri­va­ten Grün­den erfolgt ist. Dabei wur­de vor­lie­gend ent­schei­dend dar­auf abge­stellt, dass es sich bei dem Erwer­ber um den Sohn des bis­he­ri­gen Betriebs­in­ha­bers han­del­te und in sei­ner Per­son kei­ne für den Betrieb der Kom­man­dit­ge­sell­schaft bedeut­sa­me beson­de­re Qua­li­fi­ka­ti­on dar­ge­legt wor­den war.

Eben­falls dahin­ste­hen las­sen konn­te der Bun­des­fi­nanz­hof, ob – wie die Kom­man­dit­ge­sell­schaft hilfs­wei­se begehr­te – die Notar­kos­ten im Rah­men des dem Erwer­ber zuzu­rech­nen­den Gewinn­an­teils (ggf. über Kor­rek­tu­ren in einer Ergän­zungs­bi­lanz oder als Son­der­be­triebs­aus­ga­ben in der Son­der­bi­lanz des Erwer­bers) zu berück­sich­ti­gen sein könn­ten. Denn inso­weit war die Kla­ge bereits unzu­läs­sig.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. April 2015 – IV R 44/​12