Land­wir­te als Ehe­gat­ten – und die kon­klu­den­te Mit­un­ter­neh­mer­schaft

Ehe­gat­ten könn­wn in der Land- und Forst­wirt­schaft (auch) ohne aus­drück­li­chen Gesell­schafts­ver­trag eine Mit­un­ter­neh­mer­schaft bil­den, wenn jeder der Ehe­gat­ten einen erheb­li­chen Teil der selbst bewirt­schaf­te­ten land- und forst­wirt­schaft­li­chen Grund­stü­cke zur Ver­fü­gung stellt 1.

Land­wir­te als Ehe­gat­ten – und die kon­klu­den­te Mit­un­ter­neh­mer­schaft

Dabei kommt es nicht dar­auf an, ob dem Ehe­gat­ten das Frucht­zie­hungs­recht an den zur Ver­fü­gung gestell­ten Grund­stü­cken als Allein­ei­gen­tü­mer, als Mit­ei­gen­tü­mer oder als Päch­ter zusteht.

Der Anteil des selbst bewirt­schaf­te­ten land- und forst­wirt­schaft­li­chen Grund­be­sit­zes, den jeder Ehe­gat­te zur Ver­fü­gung gestellt hat, ist nach dem BFH-Urteil in BFHE 224, 490, BSt­Bl II 2009, 989 in der Regel nicht erheb­lich und daher zur Begrün­dung einer kon­klu­den­ten Mit­un­ter­neh­mer­schaft nicht geeig­net, wenn er weni­ger als 10 % der ins­ge­samt land- und forst­wirt­schaft­lich genutz­ten Eigen­tums­flä­chen beträgt.

Hin­sicht­lich der im Eigen­tum eines der Ehe­gat­ten ste­hen­den Wald­flä­chen ist zu prü­fen, ob es sich um eine Bau­ern­wal­dung han­delt, die nicht nach einem selb­stän­di­gen Betriebs­werk bewirt­schaf­tet wird, bei der nicht die ein­zel­nen Vor­aus­set­zun­gen eines Forst­be­triebs ‑vor allem die Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht- vom Objekt her in jedem Jahr erfüllt sind, son­dern nur inner­halb der Gesamt­um­triebs­zeit der vor­han­de­nen Alters­klas­sen des Baum­be­stan­des 2, und die weder eine nach­hal­ti­ge Bestands­pfle­ge noch die Vor­nah­me von Holz­ein­schlä­gen vor­aus­setzt 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21. Dezem­ber 2016 – IV R 45/​13

  1. BFH, Urteils in BFHE 224, 490, BSt­Bl II 2009, 989[]
  2. vgl. z.B. BFH, Urtei­le vom 26.06.1985 – IV R 149/​83, BFHE 144, 67, BSt­Bl II 1985, 549; und vom 15.10.1987 – IV R 91/​85, BFHE 151, 392, BSt­Bl II 1988, 257[]
  3. z.B. BFH, Urtei­le in BFHE 118, 441, BSt­Bl II 1976, 482, und in BFHE 192, 287, BSt­Bl II 2000, 524[]