Miet­zah­lun­gen an eine Liech­ten­stei­ni­sche Gesell­schaft

Nach einer Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts Düs­sel­dorf unter­fal­len Miet­zah­lun­gen einer im Inland ansäs­si­gen Spe­di­ti­on an eine Liech­ten­stei­ni­sche Gesell­schaft für die Über­las­sung von Sat­tel­zug­ma­schi­nen nebst Auf­lie­ger der Abzugs­steu­er nach § 50a EStG.

Miet­zah­lun­gen an eine Liech­ten­stei­ni­sche Gesell­schaft

Im Streit­fall wur­de eine GmbH, die eine Spe­di­ti­on betrieb, nach § 50a Abs. 5 Satz 5 EStG, § 73 g ESt­DV i. V. m § 191 AO als Haf­ten­de in Anspruch genom­men. Die GmbH hat­te für Miet­zah­lun­gen an eine Liech­ten­stei­ner Gesell­schaft für die Über­las­sung von Sat­tel­zug­ma­schi­nen, die über­wie­gend im Aus­land ein­ge­setzt wur­den, kei­nen Steu­er­ab­zug vor­ge­nom­men.

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf bejah­te die Haf­tungs­inan­spruch­nah­me der Spe­di­ti­on. Die Zah­lun­gen an die Liech­ten­stei­ni­sche Gesell­schaft für die Über­las­sung von Sat­tel­zug­ma­schi­nen sei­en als Ein­künf­te aus der Nut­zung beweg­li­cher Sachen im Inland im Sin­ne des § 49 Abs. 1Nr. 9 EStG ein­zu­ord­nen. Das Tat­be­stands­merk­mal der Nut­zung im Inland sei nicht nur erfüllt, soweit die Sat­tel­zug­ma­schi­nen für Fahr­ten im Inland genutzt wür­den. Auch eine Wei­ter­ver­mie­tung der Sat­tel­zug­ma­schi­nen an selb­stän­di­ge Fracht­füh­rer im Sin­ne des HGB sei eine Nut­zung im Inland. Jeg­li­che Ver­wen­dung der Sache, sei es in Form der Selbst­nut­zung oder einer ande­ren Nut­zung im Sin­ne der Aus­übung von Eigen­tü­mer­be­fug­nis­sen, wie eine Wei­ter­ver­mie­tung, stel­le eine Nut­zung im Inland dar.

Bei beschränkt Steu­er­pflich­ti­gen wird gemäß § 50a Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG die Steu­er bei Ein­künf­ten, die aus Ver­gü­tun­gen für die Nut­zung beweg­li­cher Sachen nach § 49 Abs. 1 Nr. 9 EStG her­rüh­ren, im Wege des Steu­er­ab­zugs erho­ben. Dem Steu­er­ab­zug unter­liegt nach § 50a Abs. 4 Satz 3 EStG der vol­le Betrag der Ein­nah­men. Der Steu­er­ab­zug beträgt nach § 50a Abs. 4 Satz 2 EStG 25 % der Ein­nah­men. Nach § 50a Abs. 5 Satz 1 EStG ent­steht die Steu­er in dem Zeit­punkt, in dem die Ver­gü­tun­gen im Sin­ne des § 50a Abs. 4 EStG dem Gläu­bi­ger zuflie­ßen. In die­sem Zeit­punkt hat der Schuld­ner der Ver­gü­tun­gen den Steu­er­ab­zug für Rech­nun­gen des beschränkt steu­er­pflich­ti­gen Gläu­bi­gers vor­zu­neh­men (§ 50a Abs. 5 Satz 2 EStG). Er hat die inner­halb eines Kalen­der­vier­tel­jah­res ein­be­hal­te­ne Steu­er jeweils bis zum 10. des dem Kalen­der­vier­tel­jahr fol­gen­den Monats an das für ihn zustän­di­ge Finanz­amt abzu­füh­ren (§ 50a Abs. 5 Satz 3 EStG). Der beschränkt Steu­er­pflich­ti­ge ist beim Steu­er­ab­zug als Gläu­bi­ger der Ver­gü­tun­gen Steu­er­schuld­ner (§ 50a Abs. 5 Satz 4 EStG). Der Schuld­ner der Ver­gü­tun­gen haf­tet aber für die Ein­be­hal­tung und Abfüh­rung der Steu­er (§ 50a Abs. 5 Satz 5 EStG).

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom – 6 K 2147/​10 H

  1. BGBl I 2000, 1433[]