Nicht abnutz­ba­re Wirt­schafts­gü­ter in der Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung

Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten für nicht abnutz­ba­re Wirt­schafts­gü­ter des Anla­ge­ver­mö­gens bei Gewinn­ermitt­lung durch Über­schuss­rech­nung dür­fen nach § 4 Abs. 3 Satz 4 EStG erst zum Zeit­punkt des Zuflus­ses des Ver­äu­ße­rungs­er­lö­ses oder der Ent­nah­me berück­sich­tigt wer­den.

Nicht abnutz­ba­re Wirt­schafts­gü­ter in der Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung

Nach § 4 Abs. 3 Satz 4 EStG1 sind die Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten für nicht abnutz­ba­re Wirt­schafts­gü­ter des Anla­ge­ver­mö­gens erst im Zeit­punkt der Ver­äu­ße­rung oder Ent­nah­me die­ser Wirt­schafts­gü­ter als Betriebs­aus­ga­ben zu berück­sich­ti­gen.

Die­se Norm ist im Strei­fall ein­schlä­gig, denn die Klä­ge­rin hat eine For­de­rung auf Lie­fe­rung und Über­eig­nung von Rund­höl­zern erwor­ben, die ein nicht­ab­nutz­ba­res Anla­ge­ver­mö­gen dar­stellt. For­de­run­gen sind bei betrieb­lich ver­an­lass­ter Ent­ste­hung Betriebs­ver­mö­gen in Form nicht abnutz­ba­rer Wirt­schafts­gü­ter des Anla­ge- oder Umlauf­ver­mö­gens2. Hier han­delt es sich um For­de­run­gen des Anla­ge­ver­mö­gens, weil auch beim ste­hen­den Holz selbst die Zuge­hö­rig­keit zum Anla­ge­ver­mö­gen erst mit dem Ein­schlag endet3. Vor­lie­gend muss­ten die Bäu­me, mit denen das an die Klä­ge­rin zu lie­fern­de Rund­holz erzeugt wer­den soll, erst noch gefällt wer­den.

Für das Finanz­ge­richt Köln besteht inso­weit kei­ne Ver­an­las­sung, die For­de­rung der Klä­ge­rin auf Lie­fe­rung des Hol­zes anders zu behan­deln als das Holz selbst. Zudem han­delt es sich um eine lang­fris­ti­ge For­de­rung, wie sich aus den ver­trag­li­chen Lie­fer­zeit­punk­ten ergibt (wie hier auch schon FG Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 25.10.2011 – 5 K 3460/​08; und FG Köln, Urteil vom 01.03.2012 – 12 K 3259/​09)). Die Fra­ge einer Berück­sich­ti­gung der strei­ti­gen Auf­wen­dun­gen stellt sich somit allen­falls in zukünf­ti­gen Ver­an­la­gungs­zeit­räu­men.

Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 22. Mai 2012 – 15 K 140/​09

  1. in der Fas­sung vor dem Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur Ein­däm­mung miss­bräuch­li­cher Steu­er­ge­stal­tun­gen vom 28.04.2006, BGBl I S. 1095
  2. Wied in: Blü­mich, EStG, § 4 Rz. 180 [Stand: Okto­ber 2010]
  3. Klee­berg, FR 1998,189; und BFH, Beschluss vom 07.05.1987 – IV R 150/​84, BSt­Bl. II 1987,670; vgl. zuletzt noch BFH, Urteil vom 05.06.2008 – IV R 50/​07, BSt­Bl II 2008, 968