Pen­si­ons­zu­sa­ge im Ehe­gat­ten-Arbeits­ver­hält­nis

Nach § 6a Abs. 1 EStG darf für eine Pen­si­ons­ver­pflich­tung eine Rück­stel­lung gebil­det wer­den, wenn der Pen­si­ons­be­rech­tig­te einen Rechts­an­spruch auf ein­ma­li­ge oder lau­fen­de Pen­si­ons­leis­tun­gen hat, die Zusa­ge kei­nen nach Abs. 1 Nr. 2 der Vor­schrift schäd­li­chen Vor­be­halt ent­hält und die Pen­si­ons­zu­sa­ge schrift­lich erteilt ist. Bei einem Ehe­gat­ten-Arbeits­ver­hält­nis muss die Ver­sor­gungs­zu­sa­ge dar­über hin­aus ernst­haft gewollt und dem Grun­de sowie der Höhe nach betrieb­lich ver­an­lasst sein.

Pen­si­ons­zu­sa­ge im Ehe­gat­ten-Arbeits­ver­hält­nis

Für die Fra­ge der betrieb­li­chen Ver­an­las­sung ist in ers­ter Linie ein Fremd­ver­gleich von Bedeu­tung. Betrieb­lich ver­an­lasst ist eine Pen­si­ons­zu­sa­ge im Rah­men eines Ehe­gat­ten-Arbeits­ver­hält­nis­ses nur dann, wenn und soweit mit hoher Wahr­schein­lich­keit eine ver­gleich­ba­re Zusa­ge auch einem fami­li­en­frem­den Arbeit­neh­mer im Betrieb erteilt wor­den wäre, wobei die ent­spre­chen­de Prü­fung vor­ran­gig nach dem Inhalt der Ver­ein­ba­run­gen vor­zu­neh­men ist 1.

Nach die­sen Grund­sät­zen ist eine Ver­sor­gungs­zu­sa­ge zuguns­ten der ange­stell­ten Ehe­frau nicht der Besteue­rung zugrun­de zu legen, bei der der Arbeit­ge­ber nicht nach­ge­wie­sen hat, dass er eine ver­gleich­ba­re Ver­sor­gung ande­ren Ange­stell­ten mit ver­gleich­ba­ren Tätig­keits- und Leis­tungs­merk­ma­len wie sei­ner Ehe­frau gewährt hat. Dar­über hin­aus kann eine feh­len­de betrieb­li­che Ver­an­las­sung auch dar­aus abge­lei­tet wer­den, dass die der Ehe­frau erteil­te Pen­si­ons­zu­sa­ge deut­lich über deren Brut­to­ar­beits­lohn liegt und mit einem frem­den Drit­ten so nicht ver­ein­bart wor­den wäre 2. Glei­ches gilt für eine feh­len­de Absi­che­rung der Pen­si­ons­an­sprü­che der Ehe­frau durch den Abschluss einer Rück­de­ckungs­ver­si­che­rung.

Danach zu Unrecht gebil­de­ten Rück­stel­lun­gen für die Pen­si­ons­zu­sa­ge der Ehe­frau sind nach den Grund­sät­zen des for­mel­len Bilan­zen­zu­sam­men­hangs in der ers­ten noch offe­nen Schluss­bi­lanz auf­zu­lö­sen 3.

Kei­ne ande­re Beur­tei­lung ergibt sich dar­aus, dass die Bil­dung der Pen­si­ons­rück­stel­lung in den Lohn­steu­er-Außen­prü­fun­gen der Vor­jah­re unbe­an­stan­det blieb. Lohn­steu­er-Außen­prü­fun­gen bezie­hen sich immer nur auf die lohn­steu­er­recht­li­che Beur­tei­lung der dort geprüf­ten Sach­ver­hal­te und ent­fal­ten kei­ne Bin­dungs­wir­kung für ein nach­fol­gen­des Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren 4. Im Streit­fall lässt sich daher aus dem Ergeb­nis der Lohn­steu­er-Außen­prü­fung kein Ver­trau­ens­schutz zu Guns­ten der Ehe­leu­te ablei­ten.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 15. April 2015 – VIII R 49/​12

  1. vgl. BFH, Urtei­le vom 25.07.1995 – VIII R 38/​93, BFHE 178, 331, BSt­Bl II 1996, 153; vom 18.12 2001 – VIII R 69/​98, BFHE 197, 475, BSt­Bl II 2002, 353[]
  2. vgl. BFH, Urteil vom 31.03.2004 – I R 70/​03, BFHE 206, 37, BSt­Bl II 2004, 937[]
  3. BFH, Urteil in BFHE 206, 37, BSt­Bl II 2004, 937[]
  4. BFH, Urteil vom 24.07.1996 – X R 123/​94, BFH/​NV 1997, 161[]