Per­so­nel­le Ver­flech­tung bei der Betriebs­auf­spal­tung und die Geschäf­te des täg­li­chen Lebens

Nach der Bun­des­fi­nanz­hofs vom 30. Novem­ber 2005 [1] ist eine per­so­nel­le Beherr­schung der Betriebs­ge­sell­schaft durch den Besitz­un­ter­neh­mer dann anzu­neh­men, wenn die­ser auf Dau­er gese­hen mit den Mit­teln des Gesell­schafts­rechts die Geschäf­te des täg­li­chen Lebens der Betriebs­ge­sell­schaft beherrscht. Bei einem Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer, dem die Geschäfts­füh­rung nicht gegen sei­nen Wil­len ent­zo­gen wer­den kann, ist erfor­der­lich, aber auch aus­rei­chend, dass er über eine Beschluss­mehr­heit i.S. von § 47 Abs. 1 GmbHG (ein­fa­che Stim­men­mehr­heit) ver­fügt. Dies gilt nach der Recht­spre­chung aus­drück­lich auch dann, wenn der Gesell­schafts­ver­trag in beson­de­ren Fäl­len – wie im Streit­fall in § 4 Abs. 4 und § 11 – eine qua­li­fi­zier­te Mehr­heit oder sogar ein­stim­mi­ge Beschlüs­se vor­schreibt.

Per­so­nel­le Ver­flech­tung bei der Betriebs­auf­spal­tung und die Geschäf­te des täg­li­chen Lebens

Ent­schei­dend ist nach den Recht­spre­chungs­grund­sät­zen, dass der Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer die ver­pach­te­ten Betriebs­grund­la­gen dau­er­haft als unter­neh­me­ri­sches „Instru­ment der Beherr­schung“ ein­set­zen kann.

Im hier vom Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­de­nen Fall hat­te es der Klä­ger als allei­ni­ger Inha­ber des Besitz­un­ter­neh­mens, Allein­ei­gen­tü­mer und Ver­mie­ter der Grund­stü­cke in der Hand, die Über­las­sung der wesent­li­chen Betriebs­grund­la­gen durch Kün­di­gung zu been­den. Die ledig­lich an der GmbH zu 25 % betei­lig­te Mut­ter des Klä­gers kann auf die Nut­zung oder Ver­wer­tung der ver­pach­te­ten Grund­stü­cke kei­nen wesent­li­chen Ein­fluss neh­men [2].

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 16. Dezem­ber 2009 – 9 K 3626/​06 E

  1. BFH BStBl II 2006, 415[]
  2. BFH, Urteil vom 30.11.2005, mit Hin­weis auf BFH, BStBl II 1989, 455 und BFH, Beschluss in BFH/​NV 2005, 545[]