Rück­gän­gig­ma­chung von Son­der­ab­schrei­bun­gen

Die Finanz­ver­wal­tung zieht die Kon­se­quen­zen aus einem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs 1, in dem der BFH ent­schie­den hat, dass Steu­er­pflich­ti­ge, die ein bestehen­des Wahl­recht zur Vor­nah­me einer Son­der­ab­schrei­bung nach § 1 Abs. 1 Satz 1 i. V. m. § 4 FördG aus­ge­übt haben, in den Fol­ge­jah­ren steu­er­bi­lanz­recht­lich unbe­scha­det einer han­dels­recht­li­chen Zuschrei­bung nicht auf die ein­mal in Anspruch genom­me­ne Son­der­ab­schrei­bung ver­zich­ten kön­nen, son­dern den ver­min­der­ten Wert­an­satz fort­zu­füh­ren haben. Eine Zuschrei­bung in der steu­er­li­chen Gewinn­ermitt­lung sei wegen der bestehen­den Wert­ober­gren­ze des § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 4 EStG nicht zuläs­sig.

Rück­gän­gig­ma­chung von Son­der­ab­schrei­bun­gen

Damit sind nach einem aktu­el­len Schrei­ben des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums die bestehen­den Rege­lun­gen in den Ein­kom­men­steu­er­richt­li­ni­en R 6.5 Abs. 2 Satz 5 EStR (Zuschüs­se für Anla­ge­gü­ter), R 6.6 Abs. 3 Satz 4 EStR (Über­tra­gung stil­ler Reser­ven bei Ersatz­be­schaf­fung) und R 6b.2 Abs. 1 Satz 2 EStR (Über­tra­gung stil­ler Reser­ven), die eine ent­spre­chen­de Zuschrei­bung in der steu­er­li­chen Gewinn­ermitt­lung for­dern, über­holt.

Die Urteils­grund­sät­ze sind jedoch nach Ansicht des BMF nicht auf die Bil­dung oder Bei­be­hal­tung von Rück­la­gen über­trag­bar, weil die Bewer­tungs­ober­gren­ze des § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 4 EStG hier nicht anzu­wen­den ist. Eine Min­de­rung oder Auf­lö­sung der in der Han­dels­bi­lanz aus­ge­wie­se­nen Rück­la­ge hat daher auch die Min­de­rung oder Auf­lö­sung der in der steu­er­li­chen Gewinn­ermitt­lung gebil­de­ten Rück­la­ge zur Fol­ge. Inso­fern wird der Maß­geb­lich­keits­grund­satz nicht durch einen steu­er­li­chen Bewer­tungs­vor­be­halt ein­ge­schränkt 2.

Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen, Schrei­ben vom 11. Febru­ar 2009 – IV C 6 – S 2170/​0 (2009/​0083720)

  1. BFH, Urteil vom 4. Juni 2008 – I R 84/​07BSt­Bl 2009 II S. 187[]
  2. s. Nr. II. 1b) der Urteils­grund­sät­ze[]