Sanie­rungs­ge­winn – und das Ver­hält­nis von Steu­er­fest­set­zungs­ver­fah­ren und Bil­lig­keits­ver­fah­ren

Ist der Buch­ge­winn aus dem Erlass von Ver­bind­lich­kei­ten bei einer Mit­un­ter­neh­mer­schaft ange­fal­len, ist über die Anwen­dung des § 3 Nr. 66 EStG a.F. bereits im Gewinn­fest­stel­lungs­ver­fah­ren zu ent­schei­den1.

Sanie­rungs­ge­winn – und das Ver­hält­nis von Steu­er­fest­set­zungs­ver­fah­ren und Bil­lig­keits­ver­fah­ren

Betrifft ein Ein­wand ‑wie hier- die mate­ri­ell-recht­li­che Rich­tig­keit einer Steu­er­fest­set­zung bzw. Gewinn­fest­stel­lung, ist ein auf sach­li­che Bil­lig­keits­grün­de gestütz­ter Erlass nur mög­lich, wenn die Steu­er­fest­set­zung bzw. Gewinn­fest­stel­lung offen­sicht­lich und ein­deu­tig falsch ist und es dem Steu­er­pflich­ti­gen nicht zuzu­mu­ten war, sich recht­zei­tig gegen die Feh­ler­haf­tig­keit zu wen­den2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 8. Okto­ber 2014 – X B 24/​14

  1. BFH, Urtei­le vom 24.04.1986 – IV R 282/​84, BFHE 146, 549, BSt­Bl II 1986, 672, unter 1.; und vom 03.07.1997 – IV R 31/​96, BFHE 183, 509, BSt­Bl II 1997, 690, unter 1.b []
  2. stän­di­ge höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung, vgl. BFH, Urtei­le vom 30.04.1981 – VI R 169/​78, BFHE 133, 255, BSt­Bl II 1981, 611; vom 11.08.1987 – VII R 121/​84, BFHE 150, 502, BSt­Bl II 1988, 512; vom 21.07.1993 – X R 104/​91, BFH/​NV 1994, 597; und vom 14.11.2007 – II R 3/​06, BFH/​NV 2008, 574 []