Schät­zungs­be­schei­de – und ihre revi­si­ons­recht­li­che Prü­fung

Schät­zungs­be­schei­den sind in der Revi­si­ons­in­stanz nur begrenzt über­prüf­bar.

Schät­zungs­be­schei­de – und ihre revi­si­ons­recht­li­che Prü­fung

Schät­zun­gen der Finanz­ge­rich­te gehö­ren zu den in einem Revi­si­ons­ver­fah­ren grund­sätz­lich bin­den­den tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen (§ 118 Abs. 2 FGO). Des­halb kön­nen Ein­wän­de gegen die Rich­tig­keit von Steu­er­schät­zun­gen (§ 162 AO) regel­mä­ßig nicht zur Revi­si­ons­zu­las­sung füh­ren 1.

Soweit gel­tend gemacht wird, die Revi­si­on sei i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 2 Halb­satz 2 FGO zur Siche­rung einer ein­heit­li­chen Recht­spre­chung zuzu­las­sen, weil das von der Vor­in­stanz ver­tre­te­ne Schät­zungs­er­geb­nis wirk­lich­keits­fremd und damit schlecht­hin unver­tret­bar sei 2, kann der Bun­des­fi­nanz­hof die­sem Beschwer­de­vor­trag kei­ne kon­kre­ten Anhalts­punk­te (Umstän­de) für die­se Ein­schät­zung ent­neh­men. Viel­mehr hat das Finanz­ge­richt im vor­lie­gen­den Fall sei­ne eige­ne Schät­zung (§ 96 Abs. 1 Satz 1 FGO i.V.m. § 162 AO) auf das Gut­ach­ten des gericht­li­chen Buch­sach­ver­stän­di­gen gestützt und zudem im Ein­zel­nen dar­ge­legt, aus wel­chen Grün­den es den Ein­wän­den der Klä­ge­rin nicht folgt.

Unsub­stan­ti­iert war im hier ent­schie­de­nen Fall des Wei­te­ren die Rüge, die Vor­in­stanz habe die Grund­la­gen sei­ner Schät­zung nicht hin­rei­chend ermit­telt (§ 76 FGO). Die Beschwer­de hat inso­weit erkenn­bar die Anfor­de­run­gen an eine schlüs­si­ge Sach­auf­klä­rungs­rü­ge 3 nicht beach­tet.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 14. April 2015 – I B 91/​14

  1. BFH, Beschluss vom 19.01.2011 – X B 68/​10, BFH/​NV 2011, 818[]
  2. vgl. dazu z.B. BFH, Beschlüs­se vom 13.10.2003 – IV B 85/​02, BFHE 203, 404, BSt­Bl II 2004, 25; vom 13.12 2013 – X B 46/​13, BFH/​NV 2014, 488[]
  3. vgl. dazu Gräber/​Ruban, Finanz­ge­richts­ord­nung, 7. Aufl., § 120 Rz 69 f.[]