Steu­er­freie Ent­nah­me eines Land­wirts

Für die Bestim­mung des zur Woh­nung gehö­ren­den Grund und Bodens, der bei der Abwahl der Nut­zungs­wert­be­steue­rung gemäß § 52 Abs. 15 EStG a.F. steu­er­frei ent­nom­men wer­den kann, ist auf den bis zum Ent­nah­me­zeit­punkt bestehen­den Nut­zungs- und Funk­ti­ons­zu­sam­men­hang abzu­stel­len. Der Nut­zungs- und Funk­ti­ons­zu­sam­men­hang bestimmt sich nach der tat­säch­li­chen Nut­zung sowie den tat­säch­li­chen gegen­düb­li­chen Ver­hält­nis­sen im Ent­nah­me­zeit­punkt. Auf eine zukünf­ti­ge ande­re Zweck­be­stim­mung nach die­sem Zeit­punkt kommt es dem­ge­gen­über nicht an. Mit die­ser Ent­schei­dung hat der Bun­des­fi­nanz­hof sei­ne bis­he­ri­ge ent­ge­gen­ste­hen­de Recht­spre­chung aus­drück­lich auf­ge­ge­ben.

Steu­er­freie Ent­nah­me eines Land­wirts

Der Nut­zungs- und Funk­ti­ons­zu­sam­men­hang mit der Woh­nung ist auch dann bereits im Zeit­punkt der Abwahl der Nut­zungs­wert­be­steue­rung gelöst, wenn die Nut­zungs­än­de­rung der Grund­stücks­flä­che tat­säch­lich erst nach dem Abwahl­zeit­punkt erfolgt, die Kau­sal­ket­te für die spä­te­re Nut­zungs­än­de­rung indes schon vor dem Abwahl­zeit­punkt unwi­der­ruf­lich in Gang gesetzt wor­den ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 24. April 2008 – IV R 30/​05