Täg­li­ches Aus­zäh­len einer offe­nen Laden­kas­se

Die Ord­nungs­mä­ßig­keit der Kas­sen­buch­füh­rung erfor­dert bei Bar­ein­nah­men, die ähn­lich einer offe­nen Laden­kas­se erfasst wer­den, einen täg­li­chen Kas­sen­be­richt (vgl. § 146 Abs. 1 Satz 2 AO) 1, der auf der Grund­la­ge eines tat­säch­li­chen Aus­zäh­lens der Bar­ein­nah­men erstellt wor­den ist.

Täg­li­ches Aus­zäh­len einer offe­nen Laden­kas­se

Fehlt es an der­ar­ti­gen Unter­la­gen im Betrieb, bestehen für den Bun­des­fi­nanz­hof kei­ne Beden­ken dage­gen, dem Grun­de nach eine Schät­zungs­be­fug­nis wegen der for­mel­len Feh­ler­haf­tig­keit der Buch­füh­rung zu beja­hen.

Soweit die vom Bun­des­fi­nanz­hof in sei­nem Urteil vom 25.03.2015 2 gewähl­te For­mu­lie­rung in der Pra­xis teil­wei­se dahin­ge­hend miss­ver­stan­den wird, dass über den Kas­sen­be­richt hin­aus ein "Zähl­pro­to­koll" gefor­dert wer­de, in dem die genaue Stück­zahl der vor­han­de­nen Geld­schei­ne und -mün­zen auf­ge­lis­tet wer­de, stellt der Bun­des­fi­nanz­hof klar, dass die dor­ti­ge For­mu­lie­rung ‑die im Übri­gen den Begriff "Zähl­pro­to­koll" nicht ent­hält- nicht als Neu­ori­en­tie­rung der Recht­spre­chung ange­se­hen wer­den kann. Erfor­der­lich, aber auch aus­rei­chend ist ein Kas­sen­be­richt, der auf der Grund­la­ge eines tat­säch­li­chen Aus­zäh­lens erstellt wor­den ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 16. Dezem­ber 2016 – X B 41/​16

  1. BFH, Beschluss vom 13.03.2013 – X B 16/​12, BFH/​NV 2013, 902, Rz 9[]
  2. BFH, Urteil vom 25.03.2015 – X R 20/​13, BFHE 249, 390, BSt­Bl II 2015, 743[]