Teil­wei­se Anteils­über­tra­gung in der Part­ner­schafts­ge­sell­schaft

Nach der gefes­tig­ten Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist geklärt, dass ein zivil­recht­li­cher Gesell­schaf­ter, der nicht am Gewinn, Ver­lust und den stil­len Reser­ven betei­ligt ist, aber im Außen­ver­hält­nis gegen­über den Gläu­bi­gern haf­tet und des­halb Mit­un­ter­neh­mer­ri­si­ko trägt, Mit­un­ter­neh­mer ist, wenn das schwach aus­ge­präg­te Mit­un­ter­neh­mer­ri­si­ko durch eine aus­ge­präg­te Mit­un­ter­neh­mer­initia­ti­ve kom­pen­siert wird 1.

Teil­wei­se Anteils­über­tra­gung in der Part­ner­schafts­ge­sell­schaft

Die Rege­lung des § 8 Abs. 2 PartGG ord­net ‑neben der Haf­tung der Gesell­schaft- eine Haf­tungs­kon­zen­tra­ti­on auf ein­zel­ne Part­ner für beruf­li­che Feh­ler bei der Bear­bei­tung eines Auf­trags an, beschränkt ansons­ten aber die akzes­so­ri­sche Haf­tung der Part­ner für die Ver­bind­lich­kei­ten der Gesell­schaft nicht (§ 8 Abs. 1 Satz 1 PartGG, sie­he Michalski/​Römermann, PartGG, 3. Aufl., § 8 Rz 14, 15, 24 ff.; Henssler, PartGG, 2. Aufl., § 8 Rz 13 ff., 26 bis 29, 52 bis 54). Ange­sichts der Recht­spre­chung des BFH, die ‑bei nicht am Gewinn, Ver­lust und den stil­len Reser­ven betei­lig­ten Gesell­schaf­tern- für ein schwach aus­ge­präg­tes Mit­un­ter­neh­mer­ri­si­ko die Außen­haf­tung des Gesell­schaf­ters aus­rei­chen lässt und Haf­tungs­frei­stel­lun­gen im Innen­ver­hält­nis als unbe­acht­lich ansieht 2, hät­te es nähe­rer Aus­füh­run­gen bedurft, auf­grund wel­cher recht­li­chen Gesichts­punk­te die auch bei der Part­ner­schafts­ge­sell­schaft im Grund­satz bestehen­de Außen­haf­tung der Part­ner zu einer ande­ren Beur­tei­lung füh­ren soll.

Über­trägt ein Gesell­schaf­ter einen Teil sei­ner Betei­li­gungs­rech­te auf die übri­gen Gesell­schaf­ter gegen ein ihm zuflie­ßen­des Ent­gelt, ohne sei­ne Mit­un­ter­neh­merstel­lung zu ver­lie­ren, liegt hier­in die ent­gelt­li­che Über­tra­gung eines Teil­mit­un­ter­neh­mer­an­teils gemäß § 18 Abs. 3 i.V.m. § 16 Abs. 1 Satz 2 EStG 3. Gewin­ne, die bei der Ver­äu­ße­rung eines Teils eines Mit­un­ter­neh­mer­an­teils ent­ste­hen, sind ‑wie im ange­foch­te­nen Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid fest­ge­stellt- gemäß § 16 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 16 Abs. 1 Satz 2 EStG lau­fen­de Gewin­ne, die nicht zu den gemäß § 34 Abs. 2 Nr. 1 EStG begüns­tig­ten Ver­äu­ße­rungs­ge­win­nen i.S. des § 18 Abs. 3 EStG zäh­len.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 1. Febru­ar 2017 – VIII B 15/​16

  1. sie­he z.B. BFH, Urtei­le in BFHE 213, 358, BSt­Bl II 2006, 595; vom 10.10.2012 – VIII R 42/​10, BFHE 238, 444, BSt­Bl II 2013, 79; und vom 03.11.2015 – VIII R 63/​13, BFHE 252, 294, BSt­Bl II 2016, 383[]
  2. sie­he BFH, Urteil in BFHE 238, 444, BSt­Bl II 2013, 79, Rz 25[]
  3. sie­he z.B. Schmidt/​Wacker, EStG, 35. Aufl., § 16 Rz 408, 567; zur Auf­nah­me gegen Zuzah­lung und zur dis­quo­ta­len Kapi­tal­ein­la­ge BFH, Urteil vom 27.10.2015 – VIII R 47/​12, BFHE 252, 80, BSt­Bl II 2016, 600[]