Teil­wert­ab­schrei­bung im Anla­ge­ver­mö­gen

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat mit einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil ent­schie­den, dass eine Teil­wert­ab­schrei­bung bei einem abnutz­ba­ren Wirt­schafts­gut nur mög­lich ist, wenn der Teil­wert des Wirt­schafts­guts zum Bilanz­stich­tag vor­aus­sicht­lich min­des­tens für die hal­be Rest­nut­zungs­dau­er unter dem plan­mä­ßi­gen Rest­buch­wert liegt. Er hat damit die Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung bestä­tigt. Noch nicht ent­schie­den ist mit die­sem Urteil, wel­che Anfor­de­run­gen an eine Teil­wert­ab­schrei­bung auf nicht abnutz­ba­re Wirt­schafts­gü­ter, etwa Grund­stü­cke, zu stel­len sind.

Teil­wert­ab­schrei­bung im Anla­ge­ver­mö­gen

Die für den Ansatz des nied­ri­ge­ren Teil­werts gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG 1997 i.d.F. des StEntlG 1999/​2000/​2002 erfor­der­li­che vor­aus­sicht­lich dau­ern­de Wert­min­de­rung liegt bei abnutz­ba­ren Wirt­schafts­gü­tern des Anla­ge­ver­mö­gens vor, wenn der Teil­wert des Wirt­schafts­gu­tes zum Bilanz­stich­tag min­des­tens für die hal­be Rest­nut­zungs­dau­er unter dem plan­mä­ßi­gen Rest­buch­wert liegt (Bestä­ti­gung des BMF-Schrei­bens vom 25. Febru­ar 2000, BSt­Bl I 2000, 372).

Es han­delt sich um die ers­te höchst­rich­ter­li­che Ent­schei­dung, die sich mit der Aus­le­gung des neu­en § 6 Abs. 1 Nr. 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes befasst. Nach die­ser seit 1999 gel­ten­den Vor­schrift sind Teil­wert­ab­schrei­bun­gen nur noch erlaubt, wenn die Wert­min­de­rung vor­aus­sicht­lich dau­er­haft ist. Davor war eine Teil­wert­ab­schrei­bung bereits mög­lich, wenn der Teil­wert unter den Buch­wert des Wirt­schafts­gu­tes gesun­ken war. Der Buch­wert eines abnutz­ba­ren Wirt­schafts­gu­tes ergibt sich aus den Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten, ver­min­dert um die Abset­zun­gen für Abnut­zung. Teil­wert ist der Betrag, den ein Erwer­ber des gan­zen Betriebs im Rah­men des Gesamt­kauf­prei­ses für das ein­zel­ne Wirt­schafts­gut anset­zen wür­de.

Im Streit­fall hat­te die Klä­ge­rin, eine GmbH, im Jahr 1990 ein Gebäu­de errich­tet, das sie in den Jah­ren 1996 und 1998 erwei­ter­te. In ihrer Bilanz zum 31. Dezem­ber 2000 nahm sie auf das Gebäu­de eine Teil­wert­ab­schrei­bung in Höhe von rund 150 000 DM mit der Begrün­dung vor, der Teil­wert des Gebäu­des sei dau­er­haft um die­sen Betrag gesun­ken. Das FG war die­ser Ein­schät­zung gefolgt, weil es davon aus­ge­gan­gen war, dass die Wert­min­de­rung unter Zugrun­de­le­gung eines Zeit­raums von fünf Jah­ren vor­aus­sicht­lich anhal­ten wer­de.

Dem wider­sprach der BFH. Von einer dau­er­haf­ten Wert­min­de­rung sei nicht schon dann aus­zu­ge­hen, wenn der Teil­wert inner­halb von fünf Jah­ren nach dem Bilanz­stich­tag vor­aus­sicht­lich sei­nen Buch­wert nicht errei­che, son­dern nur dann, wenn der Buch­wert zum Bilanz­stich­tag min­des­tens für die hal­be Rest­nut­zungs­dau­er unter dem plan­mä­ßi­gen Rest­buch­wert lie­ge.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 14. März 2006 – I R 22/​05