Über­tra­gung einer Kom­man­dit­be­tei­li­gung als frei­gie­bi­ge Zuwen­dung

Wird eine Kom­man­dit­be­tei­li­gung im Wege einer frei­ge­bi­ge Zuwen­dung über­tra­gen, so ist eine nach ding­li­chem Voll­zug erfolg­te Ver­trags­neu­fas­sung schen­kungsteu­er­recht­lich unbe­acht­lich.

Über­tra­gung einer Kom­man­dit­be­tei­li­gung als frei­gie­bi­ge Zuwen­dung

Gemäß § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG gilt als Schen­kung unter Leben­den jede frei­ge­bi­ge Zuwen­dung, soweit der Bedach­te durch sie auf Kos­ten des Zuwen­den­den berei­chert wird. Sie setzt in objek­ti­ver Hin­sicht vor­aus, dass die Leis­tung zu einer Berei­che­rung des Bedach­ten auf Kos­ten des Zuwen­den­den führt und die Zuwen­dung (objek­tiv) unent­gelt­lich ist. Dies erfor­dert, dass der Emp­fän­ger über das Zuge­wen­de­te im Ver­hält­nis zum Leis­ten­den tat­säch­lich und recht­lich frei ver­fü­gen kann. Dafür, ob dies der Fall ist, kommt es aus­schließ­lich auf die Zivil­rechts­la­ge an 1.

Bei Antei­len an Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten ist Gegen­stand der Zuwen­dung die sich auf­grund der Über­tra­gung der Kapi­tal­be­tei­li­gung erge­ben­de Ver­mö­gens­ver­schie­bung zwi­schen Schen­ker und Beschenk­tem 2. Dies setzt vor­aus, dass der Schen­ker dem Beschenk­ten das Mit­glied­schafts­recht zivil­recht­lich wirk­sam über­trägt, andern­falls erlangt er kei­nen Anteil am Gesell­schafts­ver­mö­gen 3.

Die spä­te­re noch­ma­li­ge Über­tra­gung zu geän­der­ten Kon­di­tio­nen geht ins Lee­re, wenn der Über­tra­gen­de bereits zuvor, durch den ers­ten Über­tra­gungs­ver­trag sei­nen Kom­man­dit­an­teil abge­tre­ten und damit die Über­tra­gung ding­lich voll­zo­gen hat. Es han­delt sich bei der Rege­lung im zwei­ten Ver­trag auch nicht um eine "Ergän­zung" der ent­spre­chen­den Rege­lung des ers­ten Ver­tra­ges, wenn die Ver­trags­be­tei­lig­ten die ver­trag­li­che Rege­lung mit einem ande­ren Inhalt neu fas­sen. Die­ser Neu­fas­sung kommt daher kei­ne schen­kungsteu­er­recht­li­che Bedeu­tung zu.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 1. Okto­ber 2014 – II R 43/​14

  1. vgl. BFH, Urtei­le vom 22.08.2007 – II R 33/​06, BFHE 218, 403, BSt­Bl II 2008, 28; vom 28.06.2007 – II R 21/​05, BFHE 217, 254, BSt­Bl II 2007, 669; und vom 18.09.2013 – II R 63/​11, BFH/​NV 2014, 349, Rz 11; jeweils m.w.N.[]
  2. BFH, Urteil vom 30.11.2009 – II R 70/​06, BFH/​NV 2010, 900[]
  3. BFH, Urteil vom 01.07.1992 – II R 108/​88, BFHE 168, 386, BSt­Bl II 1992, 923[]