Umfang einer Bilanz­be­rich­ti­gung

Eine Bilanzände­rung nach § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG liegt nicht vor, wenn sich einem Steu­er­pflich­ti­gen über­haupt erst nach Ein­rei­chung der Bilanz die Mög­lich­keit eröff­net hat­te, erst­ma­lig sein Wahl­recht, hier i.S. des § 6b Abs. 1 oder Abs. 3 EStG, aus­zu­üben (Anschluss an Senats­be­schluss vom 25. Janu­ar 2006 IV R 14/​04, BFHE 212, 231, BStBl II 2006, 418).

Umfang einer Bilanz­be­rich­ti­gung

Beruh­te die bis­her feh­len­de Aus­übung des Wahl­rechts jedoch auf einem zumin­dest fahr­läs­si­gen Ver­hal­ten, z.B. dem Nicht­er­fas­sen des bei der Ver­äu­ße­rung ent­stan­de­nen Gewinns, so ist der Anwen­dungs­be­reich des § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG grund­sätz­lich eröff­net.

Der Umfang der Bilanz­än­de­rung ist auf den Gewinn­an­teil beschränkt, der sich im jewei­li­gen Wirt­schafts­jahr aus der Bilanz­be­rich­ti­gung nach § 4 Abs. 2 Satz 1 EStG ergibt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 27. Sep­tem­ber 2006 – IV R 7/​06