Ver­äu­ße­rungs­kos­ten als Betriebs­aus­ga­ben

Ver­äu­ße­rungs­kos­ten i.S. des § 16 Abs. 2 EStG sind Betriebs­aus­ga­ben i.S. des § 4 Abs. 4 EStG, die durch den Ver­äu­ße­rungs­vor­gang ver­an­lasst sind.

Ver­äu­ße­rungs­kos­ten als Betriebs­aus­ga­ben

Geht es um die Ver­äu­ße­rung eines Mit­un­ter­neh­mer­an­teils i.S. des § 16 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG, ist Ver­äu­ße­rungs­ge­winn nach § 16 Abs. 2 Satz 1 EStG der Betrag, um den der Ver­äu­ße­rungs­preis nach Abzug der Ver­äu­ße­rungs­kos­ten den Wert des Anteils am Betriebs­ver­mö­gen über­steigt.

Nach zwi­schen­zeit­lich stän­di­ger Recht­spre­chung gehö­ren zu den Ver­äu­ße­rungs­kos­ten i.S. des § 16 Abs. 2 EStG die Auf­wen­dun­gen, die nach ihrem aus­lö­sen­den Moment und damit nach dem Ver­an­las­sungs­prin­zip dem Ver­äu­ße­rungs­vor­gang zuzu­ord­nen sind 1.

Auch der Abzug von Auf­wen­dun­gen als Ver­äu­ße­rungs­kos­ten i.S. des § 16 Abs. 2 EStG setzt aller­dings vor­aus, dass die Auf­wen­dun­gen betrieb­lich ver­an­lasst sind. Denn es geht nur dar­um, ob betrieb­lich ver­an­lass­te Auf­wen­dun­gen im kon­kre­ten Ein­zel­fall durch den lau­fen­den Betrieb ver­an­lasst und daher dem lau­fen­den Gewinn (bzw. Son­der­ge­winn) zuzu­ord­nen sind, oder aber durch den Ver­äu­ße­rungs­vor­gang ver­an­lasst und daher dem Ver­äu­ße­rungs­ge­winn zuzu­ord­nen sind. Dem Grun­de nach han­delt es sich danach auch bei Ver­äu­ße­rungs­kos­ten i.S. des § 16 Abs. 2 EStG um Betriebs­aus­ga­ben i.S. des § 4 Abs. 4 EStG. Pri­vat ver­an­lass­te Auf­wen­dun­gen kön­nen folg­lich kei­ne Ver­äu­ße­rungs­kos­ten sein, die nach § 16 Abs. 2 EStG bei der Ermitt­lung eines Ver­äu­ße­rungs­ge­winns zu berück­sich­ti­gen sind 2. Eben­so wenig kommt eine Berück­sich­ti­gung von Auf­wen­dun­gen, die ihre Ver­an­las­sung im Gesell­schafts­ver­hält­nis haben, als Ver­äu­ße­rungs­kos­ten i.S. des § 16 Abs. 2 EStG in Betracht. Denn auch sol­che Auf­wen­dun­gen sind nicht betrieb­lich ver­an­lasst 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 7. März 2019 – IV R 18/​17

  1. z.B. BFH, Urtei­le vom 25.01.2000 – VIII R 55/​97, BFHE 191, 111, BSt­Bl II 2000, 458; vom 16.12 2009 – IV R 22/​08, BFHE 227, 481, BSt­Bl II 2010, 736[]
  2. vgl. BFH, Urtei­le vom 31.03.2004 – X R 66/​98, BFHE 205, 285, BSt­Bl II 2004, 830; und vom 20.06.2007 – X R 2/​06, BFHE 218, 259, BSt­Bl II 2008, 99[]
  3. vgl. BFH, Urteil vom 19.07.2018 – IV R 14/​16, BFHE 262, 124[]