Ver­äu­ße­rungs­ver­lust – und der maß­geb­li­che Erwerbs­zeit­punkt

Gemäß § 17 Abs. 1 S. 1 EStG gehört zu den Ein­künf­ten aus Gewer­be­be­trieb auch der Gewinn aus der Ver­äu­ße­rung von Antei­len an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft, wenn der Ver­äu­ße­rer inner­halb der letz­ten 5 Jah­re am Kapi­tal der Gesell­schaft unmit­tel­bar oder mit­tel­bar zu min­des­tens 1 % betei­ligt war.

Ver­äu­ße­rungs­ver­lust – und der maß­geb­li­che Erwerbs­zeit­punkt

Dabei ist der Ver­äu­ße­rungs­ge­winn gemäß § 17 Abs. 2 S. 1 EStG der Betrag, um den der Ver­äu­ße­rungs­preis nach Abzug der Ver­äu­ße­rungs­kos­ten die Anschaf­fungs­kos­ten über­steigt.

Für die Ermitt­lung der Anschaf­fungs­kos­ten zur Berech­nung eines Ver­äu­ße­rungs­ver­lus­tes gem. § 17 EStG ist bei Wert­schwan­kun­gen von Akti­en der Erwerbs­zeit­punkt zu bestim­men.

Nach einer für einen Erwerb der Akti­en nicht aus­rei­chen­den Siche­rungs­ab­tre­tung und einer spä­te­ren Über­tra­gung an Erfül­lung statt im Sin­ne von § 364 BGB kommt es auf den Zeit­punkt die­ser Über­tra­gung an. Zu sei­ner Bestim­mung sind die Umstän­de des Ein­zel­fal­les umfas­send zu wür­di­gen.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 2. Okto­ber 2014 – 1 K 172/​11