Ver­deck­te Bäder­aus­schüt­tung

In einem Ver­fah­ren, das jetzt dem Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf zur Ent­schei­dung vor­lag, war strei­tig, ob der Klä­ger im Streit­jahr 1988 von einer Bäder GmbH eine ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung in Höhe von 855.000 DM erhal­ten habe.

Ver­deck­te Bäder­aus­schüt­tung

Die C GmbH, deren allei­ni­ger Gesell­schaf­ter und Geschäfts­füh­rer der Klä­ger war, hat­te mit Zustim­mung der Haupt­päch­te­rin Bade­ther­men an die Bäder GmbH unter­ver­pach­tet. Geschäfts­füh­rer und allei­ni­ger Gesell­schaf­ter der Bäder GmbH war eben­falls der Klä­ger. Die Bäder GmbH berech­ne­te der C GmbH für die Über­nah­me der Ver­pflich­tung zur Ein­lö­sung der noch im Umlauf befind­li­chen Ein­tritts­kar­ten einen Betrag in Höhe von 1.740.000 DM, von dem ein Teil­be­trag in Höhe von 855.000 DM an die Bäder GmbH gezahlt wor­den war.

Im Rah­men einer Betriebs­prü­fung wur­de der Sach­ver­halt bekannt. Der Klä­ger hat­te zunächst gegen sei­nen Ein­kom­men­steu­er­be­scheid Ein­spruch ein­ge­legt. Die­ser Ein­spruch ruh­te wäh­rend des Kla­ge­ver­fah­rens gegen den Kör­per­schaft­steu­er­be­scheid, bis die Kla­ge im Febru­ar 2000 vom Finanz­ge­richt als unbe­grün­det abge­wie­sen wur­de. Aller­dings war die Aus­schüt­tungs­be­las­tung nach Auf­fas­sung der für die Kör­per­schaft­steu­er zustän­di­gen Rich­ter des Finanz­ge­richts nur für den 1988 aus­ge­schüt­te­ten Betrag in Höhe von 855.000 DM her­zu­stel­len. Das Urteil wur­de, soweit es die Kör­per­schaft­steu­er für 1988 betraf, rechts­kräf­tig.

Das Finanz­amt erließ dar­auf­hin einen geän­der­ten Ein­kom­men­steu­er­be­scheid für 1988 in dem es nur noch Ein­nah­men des Klä­gers aus Kapi­tal­ver­mö­gen in Höhe von 855.000 DM ansetz­te. Die dage­gen erho­be­ne Kla­ge wies das Finanz­ge­richt ab. Sei­ner Ansicht nach war die Bäder GmbH im Ver­hält­nis zum Klä­ger eine die­sem nahe ste­hen­de Per­son, weil der Klä­ger ihr Allein­ge­sell­schaf­ter war. Eine Zuwen­dung zuguns­ten der nahe ste­hen­den Per­son sei so zu beur­tei­len, als hät­te der Gesell­schaf­ter den Vor­teil erhal­ten und die­sen an die nahe ste­hen­de Per­son wei­ter­ge­ge­ben. Der Klä­ger habe auf­grund der Zah­lung der C GmbH an die Bäder GmbH einen zure­chen­ba­ren Vor­teil erlangt, weil sich dadurch der Wert des Gesell­schafts­ver­mö­gens der Bäder GmbH und damit zugleich der Wert sei­ner Antei­le an die­ser Gesell­schaft erhöht habe.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 10. Janu­ar 2009 – 10 K 1044/​03 E