Ver­si­che­rungs­prä­mi­en als Betriebs­aus­ga­ben

Nach § 4 Abs. 4 EStG sind Betriebs­aus­ga­ben die Auf­wen­dun­gen, die durch den Betrieb ver­an­lasst sind. Zu der­ar­ti­gen Auf­wen­dun­gen gehö­ren grund­sätz­lich auch Prä­mi­en­zah­lun­gen, die ein Unter­neh­men auf­grund eines Ver­trags an ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ent­rich­tet, bei dem es betrieb­lich begrün­de­te Scha­dens­ri­si­ken ver­si­chert hat.

Ver­si­che­rungs­prä­mi­en als Betriebs­aus­ga­ben

Betrieb­lich ver­an­lasst sind der­ar­ti­ge Zah­lun­gen jedoch dann nicht, wenn sie wirt­schaft­lich nicht auf dem schuld­recht­lich Ver­ein­bar­ten beru­hen, son­dern aus außer­be­trieb­li­chen Grün­den erbracht wer­den.

Grund­sätz­lich sind bei gegen­sei­ti­gen Ver­trä­gen die zivil­recht­li­chen Ver­ein­ba­run­gen auch für Zwe­cke der Besteue­rung maß­ge­bend, da der natür­li­che Inter­es­sen­ge­gen­satz der Ver­trags­part­ner im All­ge­mei­nen die Ver­mu­tung begrün­det, dass Aus­ga­ben, die auf einem gegen­sei­ti­gen Ver­trag beru­hen, auch i.S. des § 4 Abs. 4 EStG durch den Betrieb ver­an­lasst sind. Fehlt es aller­dings an einem sol­chen Inter­es­sen­ge­gen­satz, so bedarf es einer kon­kre­ten Über­prü­fung auf­grund einer Gesamt­wür­di­gung der Umstän­de des Ein­zel­falls, inwie­weit Zah­lun­gen wirt­schaft­lich auf dem schuld­recht­lich Ver­ein­bar­ten beru­hen und damit durch den Betrieb ver­an­lasst sind, oder ob sie aus sons­ti­gen und außer­be­trieb­lich ver­an­lass­ten Rechts­grün­den erbracht wer­den. Im Rah­men der danach vor­zu­neh­men­den Gesamt­wür­di­gung der Umstän­de des Ein­zel­falls kommt den Kri­te­ri­en des Fremd­ver­gleichs ledig­lich indi­zi­el­le Bedeu­tung zu. Ins­be­son­de­re schließt nicht jede Abwei­chung vom Übli­chen schon die betrieb­li­che Ver­an­las­sung aus 1. An dem natür­li­chen Inter­es­sen­ge­gen­satz, der eine ent­spre­chen­de Über­prü­fung eines zivil­recht­li­chen Ver­trags ent­behr­lich macht, fehlt es z.B. regel­mä­ßig bei Ver­trä­gen zwi­schen dem glei­chen Kon­zern zuge­hö­ri­gen Unter­neh­men 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 8. Dezem­ber 2016 – IV R 5/​13

  1. vgl. BFH, Urtei­le vom 29.07.2015 – IV R 16/​12; und vom 16.10.2014 – IV R 15/​11, BFHE 247, 410, BSt­Bl II 2015, 467[]
  2. vgl. BFH, Urtei­le vom 10.04.2013 – I R 45/​11, BFHE 241, 332, BSt­Bl II 2013, 771, Rz 33 f.; und vom 23.06.1993 – I R 72/​92, BFHE 172, 51, BSt­Bl II 1993, 801[]