Ver­wer­fen einer for­mell ord­nungs­ge­mä­ßen Buch­füh­rung

Ergibt die Wür­di­gung des Sach­ver­halts, dass die for­mell ord­nungs­mä­ßi­ge Buch­füh­rung mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit ganz oder teil­wei­se sach­lich unrich­tig ist, so kann das Ergeb­nis die­ser Buch­füh­rung ganz oder teil­wei­se ver­wor­fen wer­den.

Ver­wer­fen einer for­mell ord­nungs­ge­mä­ßen Buch­füh­rung

Zwar sind der Besteue­rung grund­sätz­lich die Buch­füh­rung und die Auf­zeich­nun­gen eines Steu­er­pflich­ti­gen, die den Vor­schrif­ten der §§ 140 bis 148 AO ent­spre­chen, zugrun­de zu legen; dies gilt indes­sen nur, soweit nach den Umstän­den des Ein­zel­falls kein Anlass besteht, ihre sach­li­che Rich­tig­keit zu bean­stan­den, 158 AO.

Ergibt die Wür­di­gung des Sach­ver­halts, dass die for­mell ord­nungs­mä­ßi­ge Buch­füh­rung mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit ganz oder teil­wei­se sach­lich unrich­tig ist, so kann das Ergeb­nis die­ser Buch­füh­rung ganz oder teil­wei­se ver­wor­fen wer­den [1]. Sind die Buch­füh­rung oder die Auf­zeich­nun­gen der Besteue­rung nicht nach § 158 AO zugrun­de zu legen, sind die Besteue­rungs­grund­la­gen gemäß § 162 Abs. 1 S. 1 und 2 AO zu schät­zen.

Unent­schie­den blei­ben kann, ob der Antrags­geg­ner die Besteue­rungs­grund­la­gen schon wegen feh­len­der Ord­nungs­mä­ßig­keit der Buch­füh­rung schät­zen durf­te, jeden­falls war das Finanz­amt zur Schät­zung befugt, weil bei sum­ma­ri­scher Prü­fung hin­rei­chend Anlass bestand, die sach­li­che Rich­tig­keit der Buch­füh­rung zu bean­stan­den.

Die sach­li­che Unrich­tig­keit wird zudem durch das Ergeb­nis der Nach­kal­ku­la­ti­on bestä­tigt.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Beschlüs­se vom 11. August 2010 – 5 V 129/​08 und 5 V 146/​08

  1. BFH, Beschlüs­se vom 07.11.1990 – III B 449/​90, BFH/​NV 1991, 724; vom 02.07.1999 – V B 83/​99, BFH/​NV 1999, 1450[]