Zeit­punkt der Ver­lust­zu­rech­nung bei einem stil­len Gesell­schaf­ter

Ver­lust­an­tei­le eines typisch stil­len Gesell­schaf­ters dür­fen steu­er­recht­lich erst dann als Wer­bungs­kos­ten bei sei­nen Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen abge­zo­gen wer­den, wenn der Geschäfts­in­ha­ber den Jah­res­ab­schluss fest­ge­stellt hat und der Ver­lust­an­teil des stil­len Gesell­schaf­ters berech­net und –im Regel­fall– auch von sei­ner Ein­la­ge abge­bucht wor­den ist.

Zeit­punkt der Ver­lust­zu­rech­nung bei einem stil­len Gesell­schaf­ter

Eine zeit­lich vor­ver­la­ger­te Ver­lust­zu­rech­nung auf­grund gesell­schafts­ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen ist steu­er­recht­lich nicht anzu­er­ken­nen, da für den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug nach § 11 Abs. 2 EStG die tat­säch­li­chen Gege­ben­hei­ten, näm­lich die Erstel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses, maß­ge­bend sind.

Erst wenn die Gesell­schaft end­gül­tig von einer Schuld befreit wird, han­delt es sich im Fal­le der Über­nah­me einer Gesell­schafts­schuld durch den stil­len Gesell­schaf­ter um die allein maß­geb­li­che „geleis­te­te Ein­la­ge“ i.S. von § 15a Abs. 1 EStG.

Eine erst spä­ter erteil­te Geneh­mi­gung einer Schuld­über­nah­me durch den Gläu­bi­ger wirkt steu­er­recht­lich nicht auf den Zeit­punkt zurück, in dem der stil­le Gesell­schaf­ter sich dazu ver­pflich­tet hat­te.

Die Ver­pflich­tung zur Schuld­über­nah­me begrün­det kei­nen „erwei­ter­ten Ver­lust­aus­gleich“ nach § 15a EStG bei dem stil­len Gesell­schaf­ter.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. Okto­ber 2007 – VIII R 21/​06