Abgel­tungs­steu­er

Die im Zuge der Unter­neh­men­steu­er­re­form geplan­te Ein­füh­rung einer Abgel­tungs­teu­er auf Kapi­tal­ein­künf­te in Höhe von 25 Pro­zent ab 2009 ver­bes­sert nach Auf­fas­sung der Bun­des­re­gie­rung Deutsch­lands inter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit. Dies unter­streicht sie in ihrer Ant­wort auf eine Klei­ne Anfra­ge der FDP-Frak­ti­on. Bis­lang lie­ge die steu­er­li­che Gesamt­be­las­tung bei Divi­den­den beim Spit­zen­steu­er­satz von 45 Pro­zent bei ins­ge­samt 53,21 Pro­zent. Beträgt der Grenz­steu­er­satz der Ein­kom­men­steu­er 25 Pro­zent, redu­zie­re sich die Gesamt­be­las­tung auf 46,74 Pro­zent. Bei einer Besteue­rung nach dem Ein­gangs­steu­er­satz von nur 15 Pro­zent betra­ge die Gesamt­be­las­tung immer noch 43,50 Pro­zent.

Abgel­tungs­steu­er

Nach Dar­stel­lung der Regie­rung muss nach der Unter­neh­men­steu­er­re­form zwi­schen pri­vat und betrieb­lich erziel­ten Divi­den­den unter­schie­den wer­den. Für Divi­den­den im Betriebs­ver­mö­gen eines Per­so­nen­un­ter­neh­mens sei eine 40-pro­zen­ti­ge Steu­er­frei­stel­lung und die Anwen­dung des pro­gres­si­ven Ein­kom­men­steu­er­ta­rifs vor­ge­se­hen. Dar­aus erge­be sich ab 2009 eine Gesamt­be­las­tung im Spit­zen­steu­er­satz von 49,82 Pro­zent. Bei einem Grenz­steu­er­satz von 25 Pro­zent redu­zie­re sich die Gesamt­be­las­tung auf 40,93 Pro­zent, und beim Ein­gangs­steu­er­satz belau­fe sie sich noch auf 36,49 Pro­zent.

Bei Divi­den­den des Pri­vat­ver­mö­gens wer­de dage­gen der Abgel­tungs­teu­er­satz von 25 Pro­zent auf den vol­len Brut­to­er­trag ange­wen­det. Hin­zu kom­me noch der Soli­da­ri­täts­zu­schlag sowie gege­be­nen­falls die Kir­chen­steu­er. Abwei­chend davon sei auf Antrag auch eine steu­er­li­che Ver­an­la­gung mit dem per­sön­li­chen Tarif mög­lich, wenn dies zu einer nied­ri­ge­ren Steu­er führt. Dadurch wür­de sich eine steu­er­li­che Gesamt­be­las­tung von 48,34 Pro­zent erge­ben. Beim Ein­gangs­steu­er­satz wür­de die Gesamt­be­las­tung dann 40,93 Pro­zent betra­gen (jeweils ein­schließ­lich Soli­da­ri­täts­zu­schlag).

Wie es wei­ter heißt, ändert sich durch die Abgel­tungs­teu­er an der Besteue­rung von fonds­ge­bun­de­nen Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen nichts. Unter­schie­den wer­de zwi­schen Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen, die bis Ende 2004 und sol­chen, die danach abge­schlos­sen wur­den. Bei Alt­ver­trä­gen gel­te die Steu­er­be­frei­ung wei­ter, wenn der Ver­trag min­des­tens zwölf Jah­re dau­ert, min­des­tens fünf Jah­re Bei­trä­ge gezahlt wur­den und ein Min­dest­to­des­fall­schutz von 60 Pro­zent besteht. Bei Neu­ver­trä­gen müs­se der Ertrag ver­steu­ert wer­den, der sich als Unter­schied zwi­schen der Ver­si­che­rungs­leis­tung und den dar­auf ent­rich­te­ten Bei­trä­gen ergibt. Bei Aus­zah­lung nach Ablauf von zwölf Jah­ren und nach dem 60. Lebens­jahr müs­se die Dif­fe­renz ledig­lich zur Hälf­te ver­steu­ert wer­den. Die Unter­neh­men­steu­er­re­form sehe nun vor, dass Leis­tun­gen aus Neu­ver­trä­gen, bei denen nur der hal­be Dif­fe­renz­be­trag ver­steu­ert wer­den muss, nicht unter den Abgel­tungs­teu­er­satz von 25 Pro­zent fal­len. In die­sen Fäl­len wer­de der Ertrag gemein­sam mit den übri­gen Ein­künf­ten nach dem pro­gres­si­ven Ein­kom­men­steu­er­ta­rif besteu­ert. Die Regie­rung hält die­se Aus­nah­me für gerecht­fer­tigt, um Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen zu ver­mei­den. Bei Anwen­dung des Abgel­tungs­teu­er­sat­zes wür­de der Wert­zu­wachs die­ser Ver­trä­ge ledig­lich in Höhe von 12,5 Pro­zent besteu­ert. Damit wür­den Lebens­ver­si­che­run­gen gegen­über ande­ren Anla­gen­pro­duk­ten steu­er­recht­lich begüns­tigt.

Die Regie­rung weist fer­ner dar­auf hin, dass bis­lang pri­va­te Ver­äu­ße­rungs­ge­win­ne von Akti­en steu­er­frei blie­ben, wenn sie län­ger als ein Jahr gehal­ten wur­den. In Zukunft unter­lä­gen aber alle Kapi­tal­erträ­ge der Abgel­tungs­teu­er. Dies kön­ne dazu füh­ren, dass Akti­en­be­sit­zer künf­tig höhe­re Divi­den­den erhal­ten, weil die Akti­en län­ger gehal­ten wür­den.

Net­tes Zah­len­spiel. Aber abwar­ten, wel­cher Geset­zes­be­schluss dann end­gül­tig ver­ab­schie­det wird.