Alter­na­ti­ve Heil­be­hand­lung nicht ohne Amts­arzt

Die Aner­ken­nung von Kos­ten für alter­na­ti­ve Heil­be­hand­lungs­me­tho­den als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen ist von der Vor­la­ge eines im vor­aus erstell­ten amts­ärzt­li­chen bzw. ver­trau­ens­ärz­li­chen Gut­ach­tens abhän­gig, aus dem sich die medi­zi­ni­sche Not­wen­dig­keit der ent­spre­chen­den Behand­lungs­me­tho­de ergibt, urteil­te jetzt das Finanz­ge­richt Müns­ter.

Alter­na­ti­ve Heil­be­hand­lung nicht ohne Amts­arzt

Im Streit­fall mach­ten die Klä­ger Kos­ten für Lern­the­ra­pi­en bei ihren Kin­dern, ener­ge­ti­sche Heil­be­hand­lun­gen, spi­ri­tu­el­le Lebens­ma­nage­ment-Bera­tun­gen sowie für Feng-Shui-Arbei­ten als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen gel­tend. Das Finanz­amt ließ die Auf­wen­dun­gen nicht zum Abzug zu, da die Klä­ger kein amts­ärzt­li­ches Attest vor­ge­legt hät­ten, das die medi­zi­ni­sche Erfor­der­lich­keit der Behand­lun­gen recht­fer­ti­ge.

Das Finanz­ge­richt Müns­ter schloss sich der Ansicht des Finanz­amts an und wies die Kla­ge ab: Gera­de bei umstrit­te­nen wis­sen­schaft­li­chen Behand­lungs­me­tho­den sei ein vor­ab aus­ge­stell­tes amts- bzw. ver­trau­ens­ärzt­li­ches Gut­ach­ten not­wen­dig, um erken­nen zu kön­nen, ob die Kos­ten den – steu­er­lich zu berück­sich­ti­gen­den – Heil­be­hand­lun­gen oder aber den – steu­er­lich unbe­acht­li­chen – Gesund­heits­för­de­rungs­maß­nah­men zuzu­ord­nen sei­en. Zudem sei im Streit­fall von den Klä­gern nicht nach­ge­wie­sen wor­den, dass den strei­ti­gen Behand­lun­gen über­haupt eine Krank­heit zugrun­de gele­gen habe oder die­se nur der Stei­ge­rung des kör­per­li­chen Wohl­be­fin­dens gedient hät­ten.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 16. Juni 2010 – 10 K 1655/​09 (Revi­si­on beim Bun­des­fi­nanz­hof anhän­gig – IV B 101/​10)