Anschaffungskosten bei gemischt genutz­tem Grundstück

Nimmt der Steuerpflichtige Darlehen zur Finanzierung je unter­schied­li­cher Grundstücksteile auf, die eigen­stän­di­ge Wirtschaftsgüter bil­den, schei­tert der Zuordnungszusammenhang zu ein­zel­nen Grundstücksteilen aber, weil die Valuten sämt­li­cher Darlehen auf ein Girokonto flie­ßen, von dem dann der Steuerpflichtige den gesam­ten Kaufpreis an den Verkäufer über­weist, so sind die ent­stan­de­nen Schuldzinsen grund­sätz­lich nach dem Verhältnis der Wohn-/Nutzflächen auf­zu­tei­len.

Anschaffungskosten bei gemischt genutz­tem Grundstück

Dies gilt nicht, wenn die Parteien des Kaufvertrags den Kaufpreis in ande­rer Weise auf die erwor­be­nen Wirtschaftsgüter auf­ge­teilt haben und die­ser Maßstab –weil weder zum Schein getrof­fen noch miss­bräuch­lich– auch steu­er­recht­lich bin­det. In die­sem Fall ist der Kaufpreis nach dem Verhältnis des auf den ver­mie­te­ten Grundstücksteil ent­fal­len­den Kaufpreises zum Gesamtkaufpreis auf­zu­tei­len und die ent­stan­de­nen Schuldzinsen in Höhe des hier­nach auf den ver­mie­te­ten Grundstücksteil ent­fal­len­den Anteils abzu­zie­hen.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 1. April 2009 – IX R 35/​08