Arbeit­neh­mer­pausch­be­trag auch ohne Wer­bungs­kos­ten

Der Steu­er­pflich­ti­ge, der Ein­nah­men aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit erzielt, hat einen Rechts­an­spruch auf den Ansatz des unge­kürz­ten Arbeit­neh­mer-Pausch­be­tra­ges, selbst wenn fest­steht, dass kei­ne oder nur gerin­ge Wer­bungs­kos­ten ange­fal­len sind. Bei einem zwin­gen­den gesetz­li­chen Pausch­be­trag ver­bie­ten sich Über­le­gun­gen, ob im Ein­zel­fall die Besteue­rung ver­ein­facht wird oder nicht.

Arbeit­neh­mer­pausch­be­trag auch ohne Wer­bungs­kos­ten

Erzielt ein Steu­er­pflich­ti­ger –im Streit­fall ein als ange­stell­ter Asses­sor und als selb­stän­di­ger Rechts­an­walt täti­ger Jurist– sowohl Ein­nah­men aus selb­stän­di­ger als auch aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit, so sind die durch die­se Tätig­kei­ten ver­an­lass­ten Auf­wen­dun­gen den jewei­li­gen Ein­kunfts­ar­ten, gege­be­nen­falls nach einer im Schät­zungs­we­ge vor­zu­neh­men­den Auf­tei­lung der Auf­wen­dun­gen, als Wer­bungs­kos­ten oder Betriebs­aus­ga­ben zuzu­ord­nen. Sind die Wer­bungs­kos­ten nied­ri­ger als der Arbeit­neh­mer-Pausch­be­trag, so ist die­ser in vol­ler Höhe anzu­set­zen. Der Steu­er­pflich­ti­ge kann kei­ne belie­bi­ge Bestim­mung tref­fen und auf die­se Wei­se neben dem Arbeit­neh­mer-Pausch­be­trag sämt­li­che nach­ge­wie­se­nen Auf­wen­dun­gen als Betriebs­aus­ga­ben gel­tend machen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 10. Juni 2008 – VIII R 76/​05