Auf­he­bung der Kin­der­geld­fest­set­zung – und die Kla­ge­be­fug­nis des Kin­des

Ein Kind, an das die Fami­li­en­kas­se das gegen­über sei­ner kin­der­geld­be­rech­tig­ten Mut­ter fest­ge­setz­te Kin­der­geld gemäß § 74 Abs. 1 Satz 1 EStG aus­ge­zahlt hat, ist befugt, sowohl gegen einen gegen­über ihm ergan­ge­nen Rück­for­de­rungs­be­scheid als auch gegen einen in die­sem Zusam­men­hang gegen­über sei­ner Mut­ter ergan­ge­nen Auf­he­bungs­be­scheid zu kla­gen.

Auf­he­bung der Kin­der­geld­fest­set­zung – und die Kla­ge­be­fug­nis des Kin­des

Wen­det sich der Sohn mit der Kla­ge nicht nur gegen den ihm gegen­über erlas­se­nen Rück­for­de­rungs­be­scheid, son­dern auch gegen den Auf­he­bungs­be­scheid, der nicht gegen ihn, son­dern gegen sei­ne Mut­ter als der Kin­der­geld­be­rech­tig­ten ergan­gen ist, so ist er gleich­wohl auch durch die­sen Auf­he­bungs­be­scheid i.S. von § 40 Abs. 2 FGO betrof­fen.

Nach § 67 Satz 2 EStG kann außer dem Kin­der­geld­be­rech­tig­ten einen ent­spre­chen­den Antrag auch stel­len, wer ein berech­tig­tes Inter­es­se an der Leis­tung des Kin­der­gel­des hat. Hier­zu rech­net auch das Kind, an das das Kin­der­geld aus­ge­zahlt wer­den kann (vgl. § 74 Abs. 1 Satz 1 EStG). Durch § 67 Satz 2 EStG kön­nen dem­nach Per­so­nen und Stel­len, die an sich nur eine Rechts­stel­lung im Aus­zah­lungs­ver­fah­ren haben, sowohl im außer­ge­richt­li­chen Vor­ver­fah­ren (vgl. § 78 Nr. 1 AO) als auch im anschlie­ßen­den gericht­li­chen Ver­fah­ren eine Betei­lig­ten­stel­lung im Fest­set­zungs­ver­fah­ren erlan­gen. Dem­zu­fol­ge kann der Sohn als Zah­lungs­emp­fän­ger des Kin­der­gel­des im Kla­ge­we­ge auch gegen den Auf­he­bungs­be­scheid von 28.06.2010 vor­ge­hen 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 17. Dezem­ber 2014 – XI R 15/​12

  1. vgl. z.B. BFH, Urtei­le vom 12.01.2001 – VI R 181/​97, BFHE 194, 368, BSt­Bl II 2001, 443, unter 1.; vom 26.11.2009 – III R 67/​07, BFHE 228, 42, BSt­Bl II 2010, 476, unter II. 1.b, m.w.N.[]