Bar­aus­gleich (cash-sett­le­ment) beim Still­hal­ter­ge­schäft

Der vom Still­hal­ter einer Kauf­op­ti­on auf den DAX an den Opti­ons­be­rech­tig­ten gezahl­te Bar­aus­gleich (cash-sett­le­ment) ist nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs nicht als Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus § 22 Nr. 3 EStG abzieh­bar.

Bar­aus­gleich (cash-sett­le­ment) beim Still­hal­ter­ge­schäft

Im ent­schie­de­nen Fall unter­nahm der Klä­ger im Jahr 1994 Opti­ons­ge­schäf­te an der Deut­schen Ter­min­bör­se. Er räum­te Kauf­op­tio­nen auf den DAX mit der Ver­pflich­tung ein, zum Ende der Lauf­zeit die Dif­fe­renz zwi­schen dem ver­ein­bar­ten Basis­wert und dem jewei­li­gen Tages­kurs aus­zu­glei­chen und erhielt dafür als Still­hal­ter Opti­ons­prä­mi­en von 340.000 DM. Die von ihm zum Aus­gleich gezahl­ten 550.000 DM mach­te er ver­geb­lich als Wer­bungs­kos­ten bei sei­nen Ein­künf­ten aus den Still­hal­ter­ge­schäf­ten gel­tend.

Die Opti­ons­prä­mi­en sind nach § 22 Nr. 3 EStG steu­er­ba­re Ent­gel­te, die der Still­hal­ter als Ent­schä­di­gung für sei­ne Bin­dung und die Risi­ken, die er durch das Bege­ben des Opti­ons­rechts ein­geht, unab­hän­gig vom Zustan­de­kom­men des Basis­ge­schäfts erhält. Der BFH trennt zwi­schen Eröff­nungs- (Opti­ons)- und Basis­ge­schäft. Ver­lus­te aus dem Basis­ge­schäft erwach­sen folg­lich nicht bei den Ein­künf­ten aus den Still­hal­ter­ge­schäf­ten. Das Basis­ge­schäft war im Streit­fall ledig­lich auf die Dif­fe­renz zwi­schen ver­schie­de­nen Prei­sen (Ver­hält­nis des Basis­prei­ses zum Bör­sen­preis) eines Basis­werts (hier DAX) zu bestimm­ten Stich­ta­gen gerich­tet und des­halb im Jahr 1994 nicht steu­er­bar. Erst ab 1999 wer­den der­ar­ti­ge Dif­fe­renz­ge­schäf­te mit § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG steu­er­lich erfasst. Die Rechts­la­ge wird sich mit der Ein­füh­rung der Abgel­tungs­steu­er ab 2009 wie­der­um ändern. Opti­ons­ge­schäf­te jeg­li­cher Art füh­ren dann zu Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen. Ver­lus­te aus Basis­ge­schäf­ten kön­nen des­halb künf­tig mit Ein­künf­ten aus Still­hal­ter­ge­schäf­ten aus­ge­gli­chen wer­den.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 13. Febru­ar 2008 – IX R 68/​07