Berufs­be­zo­ge­ne Aus­bil­dung auf all­ge­mein bil­den­den Schu­len

Der Besuch all­ge­mein bil­den­der Schu­len kann nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs kei­ne berufs­be­zo­ge­ne Aus­bil­dung sein. Auf­wen­dun­gen für den Besuch einer Fach­ober­schu­le sind nicht als vor­ab ent­stan­de­ne Wer­bungs­kos­ten steu­er­lich abzieh­bar, son­dern ledig­lich im Rah­men des Son­der­aus­ga­ben­ab­zugs.

Berufs­be­zo­ge­ne Aus­bil­dung auf all­ge­mein bil­den­den Schu­len

Im Streit­fall besuch­te der bereits zum Kom­mu­ni­ka­ti­ons­elek­tro­ni­ker aus­ge­bil­de­te Klä­ger eine Fach­ober­schu­le. Spä­ter nahm er nach bestan­de­ner Fach­ab­itur­prü­fung ein Hoch­schul­stu­di­um im Fach­be­reich Elek­tro­tech­nik auf. Das Finanz­amt lehn­te im Streit­jahr 2001 den Abzug der Kos­ten für den Besuch der Fach­ober­schu­le als Wer­bungs­kos­ten ab und berück­sich­tig­te ledig­lich Son­der­aus­ga­ben in Höhe von 1 800 DM.

Der BFH ist die­ser Auf­fas­sung gefolgt. Nach sei­ner neue­ren Recht­spre­chung zur steu­er­li­chen Berück­sich­ti­gung von Bil­dungs­auf­wen­dun­gen kön­nen Kos­ten für eine Bil­dungs­maß­nah­me Wer­bungs­kos­ten sein, sofern sie beruf­lich ver­an­lasst sind. Die­se Vor­aus­set­zung sei beim Besuch all­ge­mein bil­den­der Schu­len außer­halb eines Aus­bil­dungs­dienst­ver­hält­nis­ses typi­scher­wei­se nicht gege­ben. Es feh­le hier an der erfor­der­li­chen Berufs­be­zo­gen­heit der Aus­bil­dung. Erst die Ver­schaf­fung von Berufs­wis­sen kön­ne den Wer­bungs­kos­ten­be­griff erfül­len.

Kos­ten für den Besuch all­ge­mein bil­den­der Schu­len kön­nen danach nur auf­grund der beson­de­ren Abzugs­norm des § 10 Abs. 1 Nr. 7 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes als Son­der­aus­ga­ben abge­zo­gen wer­den.

BFH, Urteil vom 22. Juni 2006 – VI R 5/​04