Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung: steu­er­lich absetz­bar

Es ste­hen bei der Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zwei ver­schie­de­ne Model­le zur Aus­wahl: Zum einen gibt es die selbst­stän­di­ge Vari­an­te und zum ande­ren gibt es die Mög­lich­keit den Schutz in eine pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung oder in eine Lebens­ver­si­che­rung ein­zu­klam­mern. Je nach Ver­si­che­rungs­art kön­nen die Prä­mi­en unter­schied­lich bei der Steu­er abge­setzt wer­den.

Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung: steu­er­lich absetz­bar

Steu­er­li­che Höchst­gren­ze

Beim soge­nann­ten Son­der­aus­ga­ben­ab­zug haben Ver­si­cher­te die Mög­lich­keit die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung abzu­set­zen. Aller­dings wer­den die gesetz­li­chen Höchst­gren­zen in aller Regel bereits für die Bei­trags­zah­lun­gen für eine Kran­ken- bzw. Pfle­ge­ver­si­che­rung voll­kom­men aus­ge­lo­tet, wes­halb hier oft kein Spiel­raum mehr mög­lich ist. Abge­setzt wer­den kön­nen die Bei­trä­ge des Berufs­un­fä­hig­keits­schut­zes nur dann, wenn die vor­ge­schrie­be­nen Gren­zen nicht über­schrit­ten wor­den sind. Es gilt:

  • Höchst­gren­ze für Ange­stell­te: €1.900,00
  • Höchst­gren­ze für Selbst­stän­di­ge: €2.800,00

Kom­bi­na­ti­on mit Basis­ren­te

Spe­zi­ell für Selbst­stän­di­ge emp­fiehlt es sich, dass die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung mit einer Basis­ren­te (Rürup-Modell) kom­bi­niert wird. Dabei gilt jedoch die Vor­aus­set­zung, dass min­des­tens 50 Pro­zent der Gesamt­bei­trä­ge in die pri­va­te Alters­vor­sor­ge ein­flie­ßen. Erst dann kom­men die Begüns­ti­gun­gen zum Tra­gen. Soll­te die­se Bedin­gung erfüllt wer­den, so haben die Ver­si­che­rungs­neh­mer die Chan­ce bis zu €14.400,00 für das Jahr 2011 steu­er­lich gel­tend zu machen.

Ein­zel­ver­an­lag­te und Ehe­leu­te

Wer ein­zel­ver­an­lagt wird hat mit einem pri­va­ten Alters­vor­sor­ge­ver­trag die Mög­lich­keit für das rele­van­te Steu­er­jahr 2011 €14.4000 steu­er­lich abzu­set­zen. Für gemein­sam Ver­an­lag­te (Ehe­leu­te) sind es bereits €28.800. Die Höchst­gren­ze soll im Jahr 2020 bei €20.000 lie­gen. Es erfolgt eine suk­zes­si­ve Anhe­bung von jähr­lich um zwei Pro­zent.

  • Für 2011: €14.400
  • Für 2012: €14.800
  • Für 2013: €15.200

Kei­ne Betriebs­aus­ga­ben

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat ent­schie­den, dass es sich bei den Bei­trags­zah­lun­gen für einen Berufs­un­fä­hig­keits­schutz nicht um betrieb­li­che Aus­ga­ben han­delt, son­dern viel­mehr eine rei­ne pri­va­te Per­so­nen­ver­si­che­rung dar­stellt. Daher kön­nen die Prä­mi­en auch nicht als Wer­bungs­kos­ten gel­tend gemacht wer­den. Laut Para­graph 4 Absatz 4 EStG sind Betriebs­aus­ga­ben ein­zig „Auf­wen­dun­gen, die durch den Betrieb ver­an­lasst wer­den“. Die­ses Kri­te­ri­um kann eine pri­vat abge­schlos­se­ne Per­so­nen­ver­si­che­rung, wie in die­sem Fall die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung jedoch nicht erfül­len.

Besteue­rung der Berufs­un­fä­hig­keits­ren­te

Es han­delt sich laut Para­graph 55 Absatz 2 EStDV bei einer BU um eine soge­nann­te zeit­lich limi­tier­te Leib­ren­te. Somit wird der Ertrags­an­teil im Zeit­raum der Dau­er des Bezu­ges ver­steu­ert. Auch die Berufs­un­fä­hig­keits­ren­te im Leis­tungs­fall ver­steu­ert wer­den. Zugrun­de gelegt wer­den die soge­nann­ten Ein­kom­mens­steu­er­ta­bel­len für Ehe­leu­te als auch für Allein­ste­hen­de. Auch hier ist für die Besteue­rung wie­der aus­schlag­ge­bend, ob es sich um eine kom­bi­nier­te oder eine eigen­stän­di­ge BU han­delt.