Besteue­rung von Erwerbs­min­de­rungs­ren­ten

Eine gesetz­li­che Erwerbs­min­de­rungs­ren­te unter­liegt bei einem Ren­ten­be­ginn in 2005 oder frü­her der Besteue­rung mit 50% (§ 22 Nr. 1 Satz 3 a) aa) EStG), ent­schied jetzt das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf.

Besteue­rung von Erwerbs­min­de­rungs­ren­ten

Zu den in § 22 Nr. 1 Satz 1 EStG bezeich­ne­ten Ein­künf­ten gehö­ren nach Satz 3 Buchst. a Dop­pel­buchst. aa EStG auch Leib­ren­ten und ande­re Leis­tun­gen, die aus den gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­run­gen, den land­wirt­schaft­li­chen Alters­kas­sen, den berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen und aus Ren­ten­ver­si­che­run­gen i.S. des § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be b EStG erbracht wer­den, soweit sie jeweils der Besteue­rung unter­lie­gen. Der Besteue­rungs­an­teil beträgt nach der Tabel­le in § 22 Nr. 1 Satz 3 a) aa) EStG bei einem Ren­ten­be­ginn bis 2005 50 %.

Die Vor­schrift des § 22 Nr. 1 Satz 3 a) aa) EStG erfasst alle Leis­tun­gen aus den gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­run­gen unab­hän­gig davon, ob sie als Ren­te oder Teil­ren­te (z.B. Alters­ren­te, Erwerbs­min­de­rungs­ren­te) oder als ein­ma­li­ge Leis­tung aus­ge­zahlt wer­den 1. Dies ergibt sich aus der Geset­zes­be­grün­dung, nach der der Rege­lungs­ge­halt des § 22 Satz 1 Nr. 3 a) aa) sämt­li­che Ren­ten­ar­ten, auch Ren­ten wegen ver­min­der­ter Erwerbs­fä­hig­keit und Hin­ter­blie­be­nen­ren­ten umfasst, die bis­her als abge­kürz­te Leib­ren­ten nach der Ertrags­an­teils­ta­bel­le in § 55 Abs. 2 ESt­DV besteu­ert wur­den 2. Zudem ent­hält die Neu­re­ge­lung auch kei­nen Ver­weis auf § 55 Abs. 2 ESt­DV 3. Die vor­lie­gen­de Ren­te wegen Erwerbs­min­de­rung, die von der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung gezahlt wird, unter­liegt damit der Besteue­rung mit einem Anteil von 50 %, und zwar auch soweit sie auf Zeit­räu­me vor 2005 ent­fällt 4.

Ein Anwen­dungs­fall des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a) Dop­pel­buchst. bb) EStG liegt nicht vor. Dar­un­ter fal­len nur die­je­ni­gen Leib­ren­ten und ande­ren Leis­tun­gen, die nicht bereits unter Satz 3 Buchst. a) Dop­pel­buchst. aa) EStG ein­zu­ord­nen sind.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 11. März 2009 – 7 K 3215/​08 E

  1. BMF vom 30. Janu­ar 2008 BSt­Bl I S. 390 Tz. 90[]
  2. BT-Drucks. 15/​2150 S. 40[]
  3. vgl. Rist­haus in H/​H/​R § 22 EStG Tz. 280; Rist­haus DB 2004,1329 ff.,1336; Korn/​Strahl KÖSDI 2004,14360 ff.,14365[]
  4. vgl. auch Schmid­t/We­ber-Grel­let § 22 EStG Tz. 101[]